Zinsen und Aktien sind Konkurrenten. Kein Wunder, je höher der risikolose Zins, umso schwerer haben es die zwar chancen-, aber auch schwankungsreicheren Aktien. In diesem Zusammenhang ist Zinspapieren seit 2022 ein grandioses Comeback zu Lasten der Aktien gelungen.

 

 

Zinssparen macht scheinbar wieder Spaß

Die lange Zeit von Null- beziehungsweise sogar Negativ- und Strafzinsen hatten als Liquiditätshausse zu üppigsten Kursgewinnen vor allem bei High-Tech-Aktien geführt. Doch mit einer dynamischen Zinswende nach oben kam wieder viel Freude bei Zinssparern auf. Tatsächlich ist der circa 40-jährige Abwärtstrend deutscher Anleiherenditen und damit einer der längsten Anlagetrends in der Finanzgeschichte gebrochen.

Grafik 1: Durchschnittliche Rendite deutscher Staatsanleihen und Dax seit 1980

Umlaufrendite und DAX

Und da bei Zinsen und Anleihen harmonischer Konformismus herrscht, ist diese Entwicklung auch weltweit zu beobachten.

Grafik 2: Entwicklung von Zinsen und Renditen 

Grafik 2: Entwicklung von Zinsen und Renditen

Damit hat sich gleichzeitig die unglaubliche Überbewertung von US-Staatspapieren zu US-High-Tech-Aktien komplett abgebaut, was deren schwierige Kursentwicklung erklärte.

Grafik 3: Bewertungsvergleich von 10-Jahres-US-Staatsanleihen und US-High-Tech-Aktien gemäß Kurs-Gewinn-Verhältnis

Bewertungsvergleich von 10-Jahres-US-Staatsanleihen und US-High-Tech-Aktien gemäß Kurs-Gewinn-Verhältnis

Wird jetzt für Zinssparer wieder alles gut, so wie früher in der guten alten Zins-Zeit.

Steigende Zinsen: Nominal ist nicht real

Doch muss man Wasser in den süßen Zins-Wein gießen. Die Anleger haben immer zwei Seiten der Medaille zu beachten: Zins und Inflation. Als Zinssparer sollte man doch mindestens die Inflation herausholen. Zwar sind seit 2022 Zinsen und Renditen klar gestiegen, aber die Inflation hat den Turbo eingestellt.