Wer heute sein Geld anlegen will, hat die Qual der Wahl – auch bei den digitalen Angeboten. Robo-Advisors nehmen Anlegern als algorithmische Vermögensverwalter die Arbeit ab: Sie beantworten Fragen zu Ihrer Risikoneigung und Anlagezielen, der Robo erledigt den Rest – von der Portfoliozusammenstellung bis zur regelmäßigen Optimierung.

Aber welcher der zahlreichen Anbieter passt am besten zu welchen Anlegerbedürfnissen? In unserer neuen Serie stellen wir Ihnen wöchentlich zwei Robo-Advisors vor und beleuchten ihre Strategien, Gebührenmodelle und Besonderheiten. Heute im Check: Unitplus.

Bergserie als Anlagestrategie 

Von der Zugspitze bis zum Mount Everest – was nach einer Bergsteigerroute klingt, beschreibt bei Unitplus den Weg durch verschiedene Anlagestrategien. Die unterschiedlichen Gipfelhöhen stehen dabei für das jeweilige Chancen-Risiko-Profil der Portfolios. 

Fabian Mohr
Fabian Mohr © Unitplus/Markus Lieder

Gegründet 2021 und seit Sommer 2022 am Markt aktiv, hat sich das Berliner Fintech-Unternehmen Unitplus als innovativer digitaler Vermögensverwalter etabliert. „Wir sehen uns gar nicht wirklich als Robo-Advisor, sondern entwickeln innovative Portfolios und Lösungen für Investoren und stellen diese auf der Plattform zur Verfügung“, erklärt Fabian Mohr, Mitgründer von Unitplus, die Positionierung des Unternehmens.

Das Fintech verbindet klassische Robo-Advisor-Funktionen mit modernen Anlagestrategien und erreicht seine Kunden vorwiegend über digitale Kanäle. Besonders erfolgreich ist dabei laut Mohr das Social-Media-Marketing, ergänzt durch strategische Fintech-Partnerschaften. Darüber hinaus wird bereits ein Drittel der Neukunden durch persönliche Empfehlungen bestehender Kunden gewonnen.

Unitplus im Überblick: Marktposition und Kennzahlen

  • Kundenanzahl: fünfstellig
  • Assets under Management (AuM): neunstellig
  • Durchschnittsalter der Kunden: 38 Jahre
  • Durchschnittliches Anlagevolumen je Kunde: 11.500 Euro
  • Durchschnittlicher Sparbetrag je Kunde: 220 Euro monatlich
  • Plattformgebühr: 0,50 Prozent
  • ETF-Kosten: 0,10 Prozent bis 0,26 Prozent
  • Gesamtkostenquote (TER): 0,60 Prozent bis 0,76 Prozent
  • Mindestanlage: 1 Euro

Anlagestrategien und Portfolio-Management

Das Herzstück der automatisierten Vermögensverwaltung bildet die „Berg-Serie“. „Wir bieten einerseits ein Multi-Asset-Ansatz an: von Zugspitze bis Mount Everest. Je höher der Berg, desto höher das Aktienanteil“, beschreibt Mohr das Konzept. Diese metaphorische Namensgebung spiegelt die unterschiedlichen Risikoprofile wider: von der Zugspitze mit ausgewogener 50/50-Verteilung zwischen Aktien und Anleihen bis zum Mount Everest mit 90 Prozent Aktienanteil.

Interessant ist der Ansatz bei der globalen Diversifikation: Statt der üblichen Orientierung an Marktkapitalisierungen nutzt Unitplus das BIP der Länder als Verteilungsschlüssel, was zu einer ausgewogeneren Risikoverteilung führt. Darüber hinaus ist seit Ende letzten Jahres das erste aktive ETF Portfolio in Deutschland auf der Plattform, welches laut Mohr das aktuell am schnellsten wachsende Portfolio bei Unitplus ist. 

Ein Überblick über die verschiedenen Anlagestrategien bei Unit Plus.
Ein Überblick über die verschiedenen Anlagestrategien bei Unitplus. © Unitplus

Die grundlegenden Anlageentscheidungen werden intern vom Investmentteam unter der Leitung von Mitgründer Fabian Mohr getroffen, der über langjährige Markterfahrung verfügt. Dabei nutzt das Team verschiedene Analyse-Tools und arbeitet mit externen Partnern zusammen, die eine zusätzliche Qualitätssicherung der Portfoliostrategien gewährleisten.

Performance der Hauptstrategien 2024

  • Matterhorn (70 Prozent Aktien, 30 Prozent Anleihen): 15,67 Prozent
  • Kilimanjaro (80 Prozent Aktien, 20 Prozent Anleihen): 17,37 Prozent
  • Mount Everest (90 Prozent Aktien, 10 Prozent Anleihen): 19,09 Prozent
  • Aktien Plus (100 Prozent Aktien über aktive ETFs): 23,32 Prozent
Beispiel der Anlagestrategie AktienPlus.
Beispiel der Anlagestrategie Aktienplus. © Unitplus

Automatisierter Anlageprozess und technologische Innovation

Der digitale Anlageprozess bei Unitplus vereint Effizienz mit Personalisierung. Das automatisierte Onboarding ermittelt durch elf ausgewählte Fragen das individuelle Risikoprofil der Anleger, woraus ein algorithmisch optimiertes Portfolio erstellt wird. Nach dem Onboarding behalten Kunden die volle Flexibilität bei der Portfoliowahl und können ihre Anlagestrategie selbstständig anpassen.

Der KI-gestützte Sparplan bildet das Herzstück der technologischen Innovationen des Unternehmens. Mit Einwilligung der Kunden analysiert das System Kontotransaktionen und entwickelt daraus personalisierte Sparvorschläge. Die Resonanz: Bereits 20 Prozent der Nutzer vertrauen auf diese intelligente Funktion. Die kontinuierliche Optimierung durch Machine-Learning-Algorithmen sorgt dafür, dass die Sparempfehlungen immer präziser werden.

Zukunftsperspektive

Die Zukunftspläne von Unitplus zeigen deutlich den Weg in Richtung einer noch stärker technologiegetriebenen Vermögensverwaltung. Der bereits erfolgreiche KI-gesteuerte Sparplan soll zu einem vollständig automatisierten System ausgebaut werden. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an der Erweiterung seiner algorithmischen Portfoliosteuerung und der Integration weiterer Anlageklassen.