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Robo-Advisory Passiv oder aktiv: „Kann sich Blackrock nicht entscheiden?“

Lässt den Kunden entscheiden, ob passive oder aktive Fonds besser sind: Christian Machts, Vertriebsleiter für Publikumsfonds bei Blackrock in Deutschland.
Lässt den Kunden entscheiden, ob passive oder aktive Fonds besser sind: Christian Machts, Vertriebsleiter für Publikumsfonds bei Blackrock in Deutschland. | Bildquelle: Piotr Banczerowski
Von  | ehem. Redakteur
Aktualisiert am:

DAS INVESTMENT: Wie läuft es mit Ihrem Einstieg in die Online-Beratung?

Christian Machts: Ich beginne mal mit unserer Partnerschaft mit Youvestor, die unter dem Namen MeinDepot läuft. Inzwischen sind rund 25 Vertriebspartner angeschlossen, und jetzt wollen wir im nächsten Schritt deren Berater anbinden und damit den Endkunden erreichen. Wir lernen ständig voneinander und vom Markt.

Und bei Scalable?

Machts: Im Gegensatz zu MeinDepot verfolgen wir da eine Partnerschafts- und Technologiestrategie. Wir wollen gemeinsam mit Scalable unseren Vertriebspartnern zusätzlich die besten Robo-Technologien anbieten können. Wobei es nicht darum geht, nur unsere Produkte anzubieten. Das würde auch gar nicht funktionieren und die ganze Sache unglaubwürdig machen. Im Gegenteil, Scalable ist völlig offen für alle Anbieter. Wir wollen einfach nur einen zusätzlichen Service bieten.

Scalable setzt hauptsächlich auf passive und MeinDepot auf aktive Fonds. Können Sie sich noch nicht so richtig entscheiden?

Machts: Die Entscheidung trifft der Kunde. Wobei Scalable passive und aktive Fonds zugleich anbieten kann.

Es trommelt aber sehr laut für die passiven.

Machts: Aus den bereits besprochenen Kostengründen. Und wenn Sie heute mit einem Algorithmus ein Portfolio zusammenbauen wollen, ist das mit Indexfonds nun mal einfacher. Bei MeinDepot ist es anders. Da haben wir den Algorithmus entwickelt. Und weil wir genau wissen, was in den Fonds steckt, können wir bessere Portfolios mit aktiven Fonds zusammenstellen.

Gibt es schon Erkenntnisse, welche Kunden welchen der beiden Anbieter bevorzugen?

Machts: Man kann die beiden Modelle nicht miteinander vergleichen. Scalable hilft großen Anbietern, ihr eigenes Robo-Modell zu etablieren und bietet ein direktes Endkundenangebot. MeinDepot hat ein festes Modell, das ein Berater als zusätzliches Angebot seinem Kunden offerieren kann.

Blackrock ist für seine Technik bekannt, kriegen Sie so etwas nicht selbst hin?

Machts: In der Form und so schnell wahrscheinlich nicht. Als Asset Manager ist es nicht unsere Spezialität direkt mit dem Endkunden zu arbeiten. Das können Banken, Vertriebe und Versicherungen viel besser als wir. Und deshalb könnten wir trotz unserer vielen Technik wohl nicht so gute Endkunden-Interfaces bauen, wie es andere können. Sie brauchen, aus meiner Sicht, auch die Flexibilität und Innovationskraft eines Start-ups. Genau das macht gute Robo-Berater aus: Die Möglichkeit, schnell Themen weiterzuentwickeln, zu testen und daraus zu lernen.

Im ersten Teil unseres Blackrock-Interviews berichtet Christian Machts darüber, wie sich Finanzverordnung Mifid II auf die Beraterlandschaft und Fondsgebühren auswirkt. Es erschien gestern auf diesem Portal.

Geboren 1975, absolvierte Andreas Harms von 1994 bis 1997 eine Lehre als Bankkaufmann bei der Dresdner Bank. Ab 1997 arbeitete er eben dort als Finanz- und später Wertpapierberater. Parallel dazu studierte er von 1998 bis 2001 bei der Bankakademie und erwarb den Titel Bankfachwirt. 2004 dann der Neustart als freiberuflicher Journalist im Havelland. 2005 ging er nach Hamburg und wurde Volontär bei DER FONDS, dem heutigen DAS INVESTMENT. Seit 2007 ist er dort Redakteur und seit 2011 zusätzlich auch beim private banking magazin. Mehr über Andreas Harms
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