Rohstoffe: Die besten Fonds für den Superzyklus

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Finanzinvestoren bringen aber auch Unruhe in die Märkte und die Expertenmeinungen. „Den Kupfermarkt bewegen zu 90 Prozent Spekulanten“, ist sich beispielsweise Rohstoffexperte David Threlkeld sicher. Threlkeld hat mehr als 40 Jahre Erfahrung im Metallhandel. Der Markt bilde „mit Sicherheit“ eine Preisblase: „Das zeigt sich allein schon daran, dass die Herstellung von einem Pfund Kupfer einen Dollar kostet, die gleiche Menge aber für 3 Dollar gehandelt wird.“ Und das, obwohl die Produktion um mindestens 2 Millionen Tonnen größer sei als der Verbrauch. Die China-Story lässt Threlkeld nicht gelten: „China produziert selbst Kupfer, und dort steigt die Produktion schneller als der Verbrauch.“

Bergbaugeologe und Fondsmanager Joachim Berlenbach von der Earth Resource Investment Group hält dagegen: „Die Nachfrage ist real, die Kupferproduktion in China ist weit davon entfernt, die Nachfrage zu decken.“ Bleiben zwei Fragen: Haben Finanzinvestoren den Markt künstlich aufgebläht, und können sie die echten Warenpreise überhaupt beeinflussen? Schließlich investieren sie in der Regel über den Terminmarkt in Rohstoffe, legen sich also weder eine Tonne Kupfer noch zehn Fässer Öl ins Depot.

Keine langfristigen Zusammenhänge zwischen Spekulanten und den Preisausschlägen

Rohstoff-Futures sind letztlich nichts anderes als eine Spekulation auf die künftige Entwicklung der aktuellen Preise, der sogenannten Spot-Preise. Laut Handelskonferenz der Vereinten Nationen (UNCTAD) hat sich die Zahl der Futures und Optionskontrakte an den Warenterminbörsen weltweit seit 2002 mehr als verfünffacht. Das macht den Markt schnelllebiger und komplexer. „Die Volatilität hat sich in den vergangenen Jahren merklich erhöht“, bestätigt HWWI-Experte Leschus. Vieles spreche dafür, dass Spekulanten die Preisausschläge verstärkten – kurzfristig. Über einen längeren Zeitraum besteht jedoch kein Zusammenhang, hat eine Studie des Internationalen Währungsfonds herausgefunden. Und: Auch kurzfristig wirken sich Spekulationen nicht bei allen Rohstoffen gleichermaßen aus. „Wir konnten allenfalls temporäre Zusammenhänge bei Öl und Kaffee feststellen“, sagt Sergei Antoshin, einer der Autoren der Studie. Eine kurzfristige Überhitzung der Rohstoffmärkte räumen die Experten durchaus ein. Von einer Blase könne aber nicht die Rede sein. Die Überhitzungen dürften sich voraussichtlich in der zweiten Hälfte dieses Jahres korrigieren, glaubt der renommierte Schweizer Vermögensverwalter Felix Zulauf. Ein guter Zeitpunkt zum Einstieg.

Neuster Trend auf dem Kapitalmarkt sind physische Investments. Banken und Finanzinstitute steigen über den Kauf von Lagerhallen in den Handel mit Industriemetallen ein. So kaufte sich Goldman Sachs den Lagerhallenbetreiber Metro International Trade Services, JP Morgan sicherte sich durch die Übernahme des Rohstoffhändlers RBS Sempra den Lagerhallenbetreiber Henry Bath. Auch die Deutsche Bank, Barclays und Blackrock bunkern Lagerstätten. Einer der Gründe dafür ist die Auflegung physisch hinterlegter Exchange Traded Commodities (ETCs). Mit Produkten auf Nickel, Kupfer und Zinn hat der Londoner Anbieter ETF Securities den Anfang gemacht, Blackrock, JP Morgan und die Deutsche Bank ziehen nach. Der Vorteil: Anleger müssen die Metalle nicht selbst lagern und sind dennoch direkt investiert. Ebenso wie Zertifikate sind die verbrieften Rechte an physischen Rohstoffen zwar Schuldverschreibungen. Macht der Emittent Pleite, behalten Anleger aber ihren Rohstoffanteil. Und im Gegensatz zu Rohstofffonds, die entweder direkt oder indirekt über Indizes an den Futures-Märkten unterwegs sind, fallen bei diesen Produkten die Rollkosten weg.

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