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Aktualisiert am 08.09.2022 - 16:55 Uhrin Stolls FondseckeLesedauer: 10 Minuten

Stolls Fondsreisen Vom Rohstoffreichtum in Down Under profitieren

Redakteur Sven Stoll greift nach der Welt
Redakteur Sven Stoll greift nach der Welt: Die Börse in Sydney steigt, weil Australien als globaler Rohstofflieferant von Knappheit, Krieg und Krisen profitiert. | Foto: Sven Stoll / Fotomontage: Jessica Hunold / Canva
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Australien liegt von Europa aus gesehen rund 18.000 Kilometer weit entfernt am anderen Ende der Welt. Die Entfernung mag einer der Gründe sein, warum der fünfte Kontinent hierzulande nur wenig Beachtung findet. Ausnahmen bilden höchstens sportliche Großereignisse wie das erste der vier Grand-Slam-Tennisturniere – die Australian-Open –, Bilder niedlicher Kängurus, Koalas, Gruselgeschichten über Haifisch-Attacken oder die einzigartige Fauna in Down Under.

Dabei ist der vor 252 Jahren von James Cook entdeckte Kontinent viel mehr als nur ein Sehnsuchtsort für Weltenbummler. Die Bevölkerung in Down Under ist wohlhabend und gilt mit einem Akademikeranteil von 40 Prozent als gut gebildet. Mit der britisch geprägten Kultur und den westlichen Standards ist Australien eine wichtige Brücke zu den Märkten im pazifischen Raum. Die politischen und sozialen Rahmenbedingungen sind im Gegensatz zu den Schwellenländern in der Pazifikregion deutlich stabiler.

Australien: stabiles Wachstum, geringe Staatsverschuldung

Die Wirtschaft Australiens hält den weltweiten Rekord für ununterbrochenes Wachstum. Fast 30 Jahre ging es nur bergauf. Rezession? Ein Fremdwort in Down Under. Nur Covid-19 bremste kurz, danach ging es fulminant weiter nach oben. Die Gründe liegen insbesondere in der Einwanderungspolitik, robusten Banken und dem Reichtum an Rohstoffen. Für das laufende Jahr erwartet die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) eine Steigerung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um real 4,2 Prozent. Bereits 2021 war die Wirtschaft um beachtliche 4,8 Prozent gewachsen.

Anders als in vielen anderen Staaten, deren Schuldenlast durch immer neue Kredite weiter steigt, besticht Australien durch seine geringe Staatsverschuldung. So betrug die Quote der Verschuldung gemessen an der Wirtschaftsleistung (BIP) im Jahr 2021 weniger als 60 Prozent. Zum Vergleich: Japan ist mit 254 Prozent hoch verschuldet, in Italien liegt die Quote bei 156 Prozent und im gesamten EU-Raum im Schnitt bei 96 Prozent. Im Ranking der Wirtschaftsmächte belegt Australien derzeit Platz 13. Der momentan wichtigste Grund, den Blick in Richtung Down Under zu werfen, liegt tief unter der roten Erde vergraben. Putins Überfall auf die Ukraine, der andauernde Krieg und der weltweite Nachfrageboom nach Rohstoffen rücken die Bodenschätze des Landes ins Blickfeld von Investoren.

 

Reich an Erdgütern

Auf dem Kontinent lagern die größten Vorkommen an Uran, Zink, Blei und Eisenerz. Gefördert werden nicht nur Gold, sondern auch Öl und Erdgas, Silber, Kupfer und verschiedene Quarze. Australien ist zudem der weltweit größte Exporteur von Steinkohle, Bauxit und Flüssiggas. Dank der massiv gestiegenen Rohstoffpreise und der engen Verflechtungen zu rohstoffhungrigen Nachbarstaaten wie China, Indien und anderen asiatischen Tigerstaaten sprudeln derzeit die Gewinne der Bergbauunternehmen und der angrenzenden Branchen.

Der größte Minenkonzern der Welt, die BHP Group hat seinen Sitz in Melbourne. BHP produziert eine ganze Reihe von Rohstoffen, ohne die die Welt nicht auskommt. Neben den gestiegenen Preisen für Erdgüter profitiert der Konzern auch von seinen Aktivitäten im Bereich Düngemittel. Demnächst will BHP rund 5,7 Milliarden US-Dollar in ein Kali-Minenprojekt in Kanada investieren. Die Gruben des Bergbauriesen gelten als qualitativ hochwertig und profitabel. Neuerdings investieren viele Minenbetreiber massiv in den Abbau von Batterierohstoffen. Australien verfügt über bedeutende Lagerstätten von Lithium, Nickel, Kobalt oder Grafit und will sich als alternativer Anbieter zu China etablieren.

Auch wenn die Rohstoffindustrie der entscheidende Taktgeber für die Konjunktur ist, trägt der Dienstleistungssektor mit stolzen 70 Prozent maßgeblich zur Bruttowertschöpfung Australiens bei. Neben der Finanz- und Immobilienwirtschaft ist beispielsweise auch der Tourismus eine wichtige Einnahmequelle. Zudem ist die Landwirtschaft einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige des Landes. Ungefähr 80 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion gehen in den Export. Rinder und Schafe werden auf riesigen, teilweise hunderttausend Hektar großen Farmen gezüchtet. Aufgrund der unterschiedlichen Klimazonen und vor allem in den regenreichen Regionen an den Küsten werden auf den Ackerflächen fast alle erdenklichen Sorten Getreide und Gemüse angebaut. Die australischen Farmer gehören zu den innovativsten weltweit und setzen stark auf moderne Technologien, Stichwort: Smart Farming!