Für die Herstellung vieler neuer Technologien und für die Energiewende werden kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt, Nickel, Seltene Erden, Kupfer und Graphit benötigt. Sie sind zentral für die Produktion von Batterien für Elektrofahrzeuge, Magneten für Windturbinen, Silizium für Solarzellen und Stromkabeln für die Netzinfrastruktur. Mit der zunehmenden Elektrifizierung steigt die Nachfrage, wobei die Zuwachsraten bei vielen dieser Materialien vor allem auf Energietechnologien zurückzuführen sind (IEA, Global Critical Minerals Outlook 2025).

Die Versorgung mit kritischen Roh- und Werkstoffen birgt diverse Risiken, die Unternehmen und Länder bedenken sollten. Abbau und Veredelung erfolgen nur in wenigen Ländern, vor allem in China, wo 70 bis 95 Prozent vieler Rohstoffe, die für die Energieversorgung zentral sind, veredelt werden (IEA, Global Critical Minerals Outlook 2025). Lieferunterbrechungen können sich erheblich auf die Kosten, aber auch die Produktion neuer Technologien, die diese Roh- und Werkstoffe benötigen, auswirken.

Kreislauf statt Krise: Wie Recycling die Rohstoffversorgung sichert

Unternehmen, die solche Materialien produzieren, könnten von den Bemühungen um den Aufbau widerstandsfähiger Lieferketten profitieren. Kreislauflösungen können für Firmen eine attraktive Möglichkeit sein, ihre Abhängigkeit von Primärrohstoffen zu verringern und verstärkt lokale Lösungen zu nutzen. Das Recycling von Batterien, Elektronik und Magneten kann als lokale Quelle den Bedarf an Primärrohstoffen senken. Die Wiederverwertung von Schrott und geschlossene Fertigungskreisläufe verringern zudem Lieferrisiken und Energiekosten. Auch kreislauffähiges Design und die Verwendung von Ersatzprodukten können helfen, die Abhängigkeit von besonders knappen Ressourcen zu verringern.

Quelle für linke Grafik: IEA, Global Critical Minerals Outlook 2025. Rechte Grafik: Goldman Sachs Equity research, OECD, Juni 2025.

Die Kreislaufwirtschaft bringt auch die Dekarbonisierung voran. So verbraucht die Metallherstellung aus Recyclingmaterial weit weniger Energie: Das Recycling von Aluminium spart bis zu 95 Prozent Emissionen verglichen mit der Rohstoffgewinnung im Bergbau, bei Batteriemetallen sind es etwa 80 Prozent (IEA, Global Critical Minerals Outlook 2025). Kreislauflösungen sichern also nicht nur die Versorgung mit Materialien, sondern verringern auch den CO2-Fußabdruck sauberer Technologien. 

„Die Fragmentierung der Weltwirtschaft kann Länder dazu bewegen, autarker zu werden und bei Ressourcen und Lieferketten Kreislauflösungen zu priorisieren.“

Sumana Manohar, Portfoliomanager, BlackRock Fundamental Equities

Die politischen Entscheidungsträger in den USA und Europa haben diese Herausforderungen erkannt und arbeiten an Lösungen. Das EU-Gesetz zu kritischen Rohstoffen und der One Big Beautiful Bill Act in den USA schaffen Anreize für Recycling, Wiederverwendung und Verarbeitung im Inland.

Die EU-Batterieverordnung schreibt einen Mindestanteil an recycelten Materialien vor, während die Vorschriften in den USA recycelte Mineralien bei Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge als heimische Rohstoffe einstufen.

Da der Abbau und die Verarbeitung kritischer Roh- und Werkstoffe weltweit zunehmen, sehen wir Anlagechancen bei Roh- und Werkstoffunternehmen, die die benötigten Materialien liefern und parallel dazu ihre Geschäftsaktivitäten dekarbonisieren.

  • Mehr zum BGF Brown to Green Materials-Fonds lesen Sie hier.
  • Kupfer als Anlagechance: Hier können Sie sich über den iShares Copper Miners UCITS ETF informieren.