Rohstoffe: Warum Aktien sinnvoller als Direktinvestments sind

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Nach einer Prognose der Vereinten Nationen (UN) soll die Weltbevölkerung noch in diesem Jahr auf sieben Milliarden Menschen anwachsen. Am 31. Oktober 2011 dürfte es so weit sein. Damit wäre die Zahl der Menschen auf dem Erdball in nur 13 Jahren von sechs auf sieben Milliarden Menschen gestiegen. Schon 2025 sollen es dann acht Milliarden sein, und im Jahr 2050 werden laut UN vermutlich 9,3 Milliarden Menschen den Planeten bevölkern.

Damit wird unweigerlich der Bedarf an Rohstoffen wachsen – gleich ob es sich um Nahrungsmittel, Energieträger oder Industriemetalle handelt. Hinzu kommt, dass ein steigender Anteil der Bevölkerung in den Schwellenländern am wachsenden Wohlstand teil nimmt, was den Bedarf an diesen Materialien weiter befeuert. Damit zählen Rohstoffe trotz aller Schwankungen dieser Anlageklasse auf lange Sicht zu den aussichtsreichsten Investitionen.

Direktinvestments in Rohstoffe haben Tücken

Viele Anleger gehen davon aus, dass sie mit der Investition in einen Rohstoffindex von diesem Aufschwung profitieren. Doch das könnte sich vor allem auf lange Sicht als Irrtum erweisen. Denn Investments an den Terminbörsen, an denen Rohstoffe gehandelt werden, müssen in bestimmten Rhythmen in neue Kontrakte übertragen („gerollt“) werden, sonst bekäme der Anleger die Waren ins Haus geliefert.

Dieses Rollen kann im Jahr bis zu 5 Prozent der Anlagesumme ausmachen. Darüber hinaus ist nicht auszuschließen, dass Marktteilnehmer die Preise an den (kleineren) Terminmärkten kurzfristig in der von ihnen gewünschten Richtung beeinflussen.

Hinzu kommt: Ein wachsender Bedarf an Rohstoffen heißt nicht zwangsläufig, dass auch die Rohstoffpreise auf lange Sicht steigen. Technische Innovationen wie eine effizientere Nutzung oder die Erschließung neuer Quellen können die Energiepreise selbst dann sinken lassen, wenn mehr nachgefragt wird. Im Agrarsektor ist dieses Phänomen ebenfalls bekannt. Dort erlauben Dünge- und Pflanzenschutzmittel seit Jahrzehnten eine effizientere Bodennutzung, was erst die Basis für ein dauerhaftes Bevölkerungswachstum schafft.

Profit bei steigenden und fallen Rohstoffpreisen möglich

Daher erscheint es sinnvoll, in Rohstoff-Unternehmen statt in Rohstoffe selbst zu investieren. Mit entsprechend aufgestellten Unternehmen lässt sich in beiden Szenarien verdienen. Steigen die Rohstoffpreise, füllt sich die Kasse der Produzenten quasi automatisch. Zudem legen in diesem Umfeld die Aktien von Unternehmen zu, die helfen, neue Ressourcen zu erschließen.

Sinken hingegen die Preise aufgrund technischer Innovationen, gewinnen die innovativen Unternehmen an Wert – etwa durch Patente. Bei der Auswahl vielversprechender Rohstoff-Aktien sollten sich Anleger entweder auf einen Fondsmanager mit guter Leistungsbilanz oder einen Vermögensverwalter ihres Vertrauens verlassen.

Der Autor: Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, Köln, und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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