Rohstofffonds: Die besten Aktienfondsmanager für die Schätze der Erde

Ölförderung in Aserbaidschan: Das lohnt sich. Quelle: Getty Images

Ölförderung in Aserbaidschan: Das lohnt sich. Quelle: Getty Images

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Ihr Aufenthaltsort ist streng geheim. 640.000 Tonnen Weizen, Hafer und Roggen, 70.000 Tonnen Reis, 45.000 Tonnen Trockenerbsen und Linsen sowie 6.000 Tonnen Kondensmilch sind deutschlandweit auf rund 150 Lager verteilt. Die Notfallreserve der Bundesrepublik. Man will auf der sicheren Seite sein, bei Naturkatastrophen, terroristischen Anschlägen oder technischen Störfällen. Für 10 bis 14 Tage dürfte das reichen.

Schatz oder Schein?

Sicherheit suchen derzeit auch viele Anleger. Hohe Staatsschulden und die massive Geldschwemme der Notenbanken schüren die Angst vor Inflation und – im schlimmsten Fall – dem Zusammenbruch ganzer Staaten, nicht zuletzt der Europäischen Union.

Schutz versprechen Sachwerte, wozu auch Rohstoffe zählen: neben jenen zum Essen vor allem Bau- und Treibstoffe für den Aufstieg der Schwellenländer, wie Kohle, Kupfer, Öl und natürlich Gold als ultimative Währung.

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten zu investieren: direkt oder indirekt. Anlageberater kleiner und großer Vermögen bevorzugen derzeit vor allem den geraden Weg zur Sicherheit und kaufen für ihre Kunden entweder Goldbarren und Münzen oder die physisch hinterlegten Exchange Traded Commodities (ETCs), mit denen neben Gold auch in Agrarrohstoffe wie Weizen und Mais sowie in Basismetalle wie Kupfer, Zinn oder Nickel investiert werden kann.

Bei massiver Inflation sollten die Schätze allerdings lieber unter dem Kopfkissen gelagert werden. Im Ernstfall drohen Strafbesteuerung und Enteignung. Es dürfte dann schwierig werden, an die Tresore heranzukommen.

Der indirekte Weg führt vor allem über Rohstoffaktien und entsprechende Investmentfonds. Anteile an Unternehmen, die bohren, buddeln und ernten, sind ebenfalls Sachwerte. Vorteil gegenüber direkten Investments: Erstklassige Firmen mit stabilen Cashflows und soliden Bilanzen liefern neben dem Schutz vor Inflation meist auch einen laufenden Ertrag, die Dividende, aus der man seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

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Aktien hebeln die steigenden Rohstoffpreise zudem im besten Fall noch: Steigt der Preis des geförderten Rohstoffs, klettert der Kurs der Aktie deutlich   schneller in die Höhe. Die Firmen können ihre Ausbeute teurer verkaufen, die Gewinne steigen – vorausgesetzt, die Kosten der Förderung steigen nicht im selben Tempo. Explodieren gleichzeitig die Energiekosten, steigen die Löhne, müssen neue Minen erschlossen werden, gibt es ein Grubenunglück oder neue Umweltauflagen, ist der Hebel schnell wieder weg.

Einzelinvestments sind darum nur etwas für Experten und nicht ohne Risiko. Eine sicherere Variante sind Aktienfonds. Bei der Auswahl sollte man vor allem auf das geologische Wissen und die langjährige Erfahrung der Manager achten. „Sie müssen sich die Minen ansehen, mit den Geologen vor Ort sprechen und die Aussagen auch beurteilen können“, sagt Hermann-Josef Hall, Vorstand von Sauren Fonds-Research.

Welche Manager Rohstoffe können

Nach kompetenten Köpfen der Branche befragt, nennt er Evy Hambro, den Manager des BGF World Mining von Blackrock. Der studierte Geologe ist der Sohn von Peter Hambro, Chef der Minenfirma Petropavlovsk (ehemals Peter Hambro Mining). „Da wurde schon zu Hause am Mittagstisch über Minen gesprochen“, sagt Hall.

Unterstützung bekommt Hambro von einem 16-köpfigen Team, mehr als die Hälfte davon sind wie er Geologen oder Geophysiker. Rund 500 Firmen besucht das Blackrock-Team im Jahr. Einziger   Wermutstropfen ist laut Hall das hohe Fondsvolumen von aktuell 10,8 Milliarden Euro. „Bisher hat Hambro das relativ gut gemeistert.“

Auch Natalia Wolfstetter, Leiterin der Fondsanalyse bei Morningstar Deutschland, sieht hier kein Problem: „Aufgrund der langfristigen Orientierung des Managers und des Schwerpunkts auf große, liquide Unternehmen dürfte das keine Nachteile für die Performance haben.“