Rohstoffhändler

Ölpreis wird bald steigen

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An den Ölmärkten könnten die Preise bald schon wieder anziehen, vermutet Marco Dunand, Gründer und Chef des Schweizer Ölhandelsunternehmens Mercuria. Öl werde in den USA teilweise nahe null gehandelt, nämlich dort, wo vertraglich Preisabschläge von der Benchmark vereinbart wurden. Das deute auf eine bevorstehende Preissteigerung hin, sagte Dunand gegenüber Reuters: „Was die Opec nicht machen wollte, macht an ihrer Stelle jetzt der Markt“, zitiert das Nachrichtenportal den Rohstoffexperten.

Einige Rohölsorten aus Kanada und Venezuela hätten derzeit einen Preis von 10 US-Dollar pro Barrel erreicht, so Dunand. Das habe großen Druck auf die Produzenten erzeugt. Allerdings steckten die Ölförderunternehmen in einer Klemme: Auf dem derzeitigen Preisniveau könnten einige Ölanbieter nicht mehr kostendeckend produzieren. Die Produktion einzustellen sei für sie aber noch teurer.

Der Mercuria-Chef sieht das Pendel möglicherweise schon bald in die andere Richtung ausschlagen:
Das Überangebot am Markt sei bereits von teilweise 2 Millionen Barrel pro Tag im letzten Jahr auf jetzt rund 1 Million Barrel zurückgegangen.

Investitionen der Förderunternehmen gingen außerdem so rapide zurück, dass man damit schon die Saat lege für das nächste Angebotsproblem. Das werde später erst eine höhere Volatilität begünstigen und schließlich noch mehr Engpässe nach sich ziehen. In den nächsten Jahren sei daher mit höheren Ölpreisen zu rechnen, so Dunand.

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