Rohstoffmarkt „Diese Investments sind Brennstoffe fürs Depot“

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„Wachstum als Chance für Hard Assets“

In Phasen geringer Inflation und schwachen globalen Wachstums tendieren Hard Assets dazu, der Performance von US-amerikanischen Aktien und Anleihen hinterherzuhinken. Umgekehrt entwickeln sich Rohstoffe besser als Aktien und Anleihen, wenn die Weltwirtschaft heiß läuft und eine Inflation einsetzt. So stellen Gold und andere Edelmetalle reale Sachwerte dar und bieten somit einen gewissen Schutz gegen die Geldentwertung. Darüber hinaus performen Hard Assets im Zuge steigender Zinsen häufig besser als Aktien.

Handelsstreit verlangsamt den Preisanstieg

Aufgrund des derzeit robusten globalen Wirtschaftswachstums ergibt sich derzeit für Hard Assets ein günstiges Bild. Die boomende Konjunktur hat zu kurzfristigen historischen Höchstständen beim Verbrauch von Waren wie Öl, Kupfer und Zink geführt. Anderseits darf nicht ausgeblendet werden, dass der aktuelle Handelsstreit den Preisanstieg vorübergehend verlangsamt hat.

Derzeit bemühen sich Zentralbanken auf der ganzen Welt, dem Überhitzen der Märkte mit Zinsanhebungen entgegenzuwirken, um die Konjunktur weiterhin am Laufenden zu halten – dies treibt die Rohstoffpreise.

Zyklus von Angebot und Nachfrage abhängig

Auch wenn das globale Wachstum zunimmt, kommt es derzeit im Energie- und Bergbausektor zum Paradigmenwechsel. Nach jahrelangen, intensiven Investitionen in die Erforschung, Entdeckung und Erschließung neuer Ressourcen verlagern Energie- und Bergbauunternehmen ihren Fokus darauf, Kosten zu senken, freie Cashflows zu generieren und Kapital an Aktionäre zurückzuführen.

Dadurch ist das Angebot bei einigen Hard Assets knapper geworden, was die Preise in die Höhe treibt. Und im Zuge der verringerten Investitionen dürfte es schwierig sein, die künftige Versorgung ohne Erschließung neuer Rohstoffquellen zu sichern – etwa bei sinkenden Erzvorkommen und Ölreserven, was zu Engpässen in der Metall- und Ölindustrie führen könnte.

Elektrofahrzeug-Boom treibt Nickelpreise

Marktbeobachter mögen hingegen zu bedenken geben, dass die sukzessive Etablierung der Elektrofahrzeuge in Zukunft die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen drosseln könnte. Bei dieser Einschätzung wird jedoch häufig übersehen, dass andere wichtige Hard Assets beim Bau von Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen.

So hat die zunehmende Bedeutung von E-Fahrzeugen bereits den Preis von Nickel, das für die Herstellung von Akkus genutzt wird, nahezu vervielfacht. Und auch wenn Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren einmal durch die E-Mobilität abgelöst werden sollten, dürften künftig elektrische Fahrzeuge ein ähnlich extensives Energie-Infrastruktursystem benötigen.

„Rückenwind bei den Hard Assets“

Fazit: Das globale, synchronisierte Wirtschaftswachstum, steigende Zinsen und ein knapper werdendes Angebot an Rohstoffen und natürlichen Ressourcen dürften für einen anhaltenden Rückenwind bei den Hard Assets sorgen. Anleger können mit Rohstoffinvestments vom globalen Aufschwung profitieren und zugleich einige Auswirkungen der Inflation mildern.

Da Rohstoffmärkte anderen Marktzyklen als Aktien und Anleihen unterliegen, bieten sie Investoren als Beimischung die Möglichkeit, ihr Gesamtportfolio breit zu diversifizieren. Dies ist nicht nur mit Rohstoffen selbst, sondern auch mit großen, börsennotierten Unternehmen aus dem Rohstoffsektor möglich. 

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