DJE-Fondsmanager „Diese Entwicklung dürfte den Goldpreis stützen“

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Rohstoffnachfrage der USA

Enttäuscht hat im bisherigen Jahresverlauf die Rohstoffnachfrage der USA, dem weltweit zweitgrößten Rohstoff-Konsumenten. Aufgrund der Hoffnung auf massive Infrastrukturprojekte sind nach der Trump-Wahl die Metallpreise und auch die Aktienkurse vieler Produzenten deutlich gestiegen.

Inzwischen ist jedoch Ernüchterung eingekehrt. Die Rohstoffnachfrage der USA könnte mittelfristig aber - eben wegen neuer Infrastrukturprojekte - wieder ansteigen. Trumps jüngste Saudi-Arabien-Reise wurde in den USA überwiegend als großer Erfolg gesehen. Das Land hat sich unter anderem bereit erklärt, circa 20 Milliarden US-Dollar in einen Infrastrukturfonds zu investieren.

Da Private Equity-Gesellschaften solche Fonds oftmals mit Faktor 5 bis 10 „hebeln“, könnten allein aus diesem Fonds Infrastrukturprojekte in einem Umfang von 100-200 Milliarden US-Dollar resultieren. Weil die USA im Hinblick auf viele Rohstoffe/Metalle nur wenige Verarbeitungskapazitäten beziehungsweise Produktionsstätten im Inland haben, könnte der Effekt auf die Weltmarktpreise bei anziehender US- und stabiler China-Nachfrage doch größer als erwartet ausfallen.

„Value over Volume“ beim Angebot

Bei der Angebotssitution lässt sich aktuell kein neuer Investitionszyklus feststellen. Aus Investorensicht ist dies positiv zu werten. Denn so bleibt generell das Angebot teilweise knapp und die freie Cash-Flow-Generierung hoch.

Die meisten Produzenten haben aus der Krise der vergangenen Jahre gelernt und sind im Hinblick auf Angebotsausweitungen, welche hohe Investitionen bedingen, deutlich zurückhaltender. „Value over Volume“ war daher auch das dominierende Thema auf der Metals & Mining Konferenz in Barcelona.

Unser Fazit

Für die Investition in Basismetalle bieten strukturelle Angebotsdefizite gute Chancen für eine positive Preisentwicklung. Mittelfristig dürfte es zum Beispiel bei Kupfer, dem wichtigsten Industriemetall, ein Angebotsdefizit geben. Auch bei Zink gab es in vier der letzen fünf Jahre ein Angebotsdefitzit, welches somit auch weiter für eine positive Preisentwicklung spricht.

Im Edelmetallbereich, zum Beispiel bei Gold, stehen die Konzerne vor großen Herausforderungen ihre Reserven zu ersetzen. Das Goldangebot aus laufender Minenproduktion sollte damit in den nächsten Jahren fallen. Diese Entwicklung dürfte den Goldpreis stützen.

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