Roland-Berger-Studie

Fintechs bedrohen ein Drittel der Bankerlöse

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Europäische Privatkundenbanken müssen sich bei der digitalen Umstellung beeilen. Denn sonst könnten sie ein Drittel ihrer Erlöse an digitale Wettbewerber verlieren. Das ist Kernergebnis einer Studie von Roland Berger. Die Unternehmensberatung befragte dafür 65 europäische Banken, darunter neun Finanzinstitute aus Deutschland.

Damit keine Kunden abwandern, sollten Banken ihre Angebote digital anpassen und sie so nutzerfreundlich gestalten, wie die Kunden es zum Beispiel aus dem Online-Handel gewohnt sind, resümiert die Studie.

Bei Basisangeboten gut aufgestellt

Zwar bieten Banken Basisprodukte wie Kontoeröffnung, Überweisungen oder Kreditkartenanträge mittlerweile auch online an. Hier seien deutsche Retail-Banken im europäischen Vergleich sogar sehr gut aufgestellt. Bei komplexeren Finanzgeschäften wie Versicherungsabschlüssen oder Kreditverträgen bestehe allerdings noch Nachholbedarf.

Als Gründe für den zögerlichen Digitalisierungs-Fortschritt von Banken entlarvt die Studie hohe regulatorische Anforderungen, Prozesse, die auch in digitalen Zeiten manuell weitergeführt werden und veraltete Systeme.

Auch kommt die Studie zu dem Schluss, dass die Institute vorhandene Kundendaten kaum in digitale Systeme übertragen und auf diese Weise viele Informationen verloren gehen. Nur knapp die Hälfte der Banken (45 Banken) analysiere zudem das Online-Verhalten ihrer Kunden und leite daraus Schlüsse für das eigene Geschäft ab.

Banken erwarten kaum Umsatzplus

Der größte Vorteil von digitalen Anläufen aus Sicht der Banken: verschlankte Arbeitsabläufe, die ihnen Kosten senken helfen. Ansonsten sehen die befragten Banken in der Digitalisierung vor allem eine Ergänzung zu ihrem traditionellen Geschäft. Ein Drittel der befragten Institute (33 Prozent) rechnet mit Umsatzzuwächsen von nicht einmal zwei Prozent.

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