Investor HG mischt den Markt auf

Anlass für die aktuelle Bestandsaufnahme war ein verbaler Schlagabtausch zwischen BVK-Vizepräsident Andreas Vollmer und Norbert Porazik. Der von ihm und Markus Kiener geführte Maklerpool Fonds Finanz gibt aktuell neuen Grund, über die Zukunft der Branche nachzudenken: Der mit mehr als 28.000 Vertriebspartnern größte Allfinanz-Maklerpool Deutschlands war seit Gründung 1996 zu 100 Prozent inhabergeführt.

Andreas Vollmer © BVK

Doch seit Kurzem halten die beiden Eigentümer nur noch 40 Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft aus München. Die Mehrheit übernimmt dort HG Capital, eine Private-Equity-Gesellschaft mit einem verwalteten Kapital von rund 40 Milliarden US-Dollar und Firmensitzen in London und New York.

Ziel des Investors sind Softwareanbieter und Dienstleister, die Geschäftsabläufe in einer Branche mittels innovativer Technologien auf den Kopf stellen. HG unterhält ein „Team von etwa 40 operativ tätigen an Fachleuten, die die Unternehmen im Portfolio von HG bei der Umsetzung ihrer Wachstumsambitionen betreuen“.

Entsteht ein neuer Super-Pool? 

Auch Porazik und Kiener haben für die nächsten 25 Jahre „große Pläne“ mit der Fonds Finanz. Ihr langfristiges Ziel ist es, einen „Maklerpool der Zukunft“ zu erschaffen, der Vertriebspartner „mit der innovativsten Technologie und dem besten Service“ bewaffne. Dieser neue Super-Pool soll „mit gezielten Firmenübernahmen“ entstehen, die der finanzielle Nachschub des angelsächsischen Alliierten nun möglich mache.

Die Kampfansage des unangefochtenen Marktführers an kleinere Mitbewerber werde beispielsweise bei Apella „mit Sorge betrachtet“. Denn: „Im Interesse der Makler und Kunden steht ein breiter Markt“, sagt Harry Kreis, Vorstand des knapp 3.000 Vertriebspartner zählenden Maklerpools aus Neubrandenburg. 

„Je vielfältiger die Strukturen sind, desto fairer sind das Endprodukt und die Arbeitsbedingungen für freie Makler.“ Mit dem HG-Einstieg bei Fonds Finanz solle der Markt hingegen verdichtet werden. Doch: „Merkmale oligopolistischer oder monopolistischer Märkte sind eine Verzerrung der Marktmacht und weniger Innovation.“