Royal Bank of Canada

Diese 17 Aktienmärkte sind besser als der US-Markt

Mittlerweile hat wohl jeder Anleger mitbekommen, dass der Dezember historisch betrachtet in vielerlei Hinsicht der beste Monat am US-Aktienmarkt ist.

Was aber wohl nicht jeder mitbekommen hat: Von all den Aktienmärkten, bei denen der Dezember als bester Monat gilt, schneiden die USA am schwächsten ab. Es gibt mindestens 17 solcher Märkte, deren durchschnittliche Erträge im Dezember über denen der US-Börsen liegen. Das zeigt jetzt ein aktueller Bericht des Strategen Jordan Kotick von der Royal Bank of Canada.

Argentinien ist das Heimatland des Aperitifs Hesperidinda und der Süßspeise Dulce de Leche. Im Dezember schmeißt das Land an der Börse die beste Party. Der Merval-Index steigt dem Bericht von Kotick zufolge in diesem Monat um durchschnittlich 11 Prozent. Es folgt der Leitindex der Türkei mit im Schnitt 9 Prozent Plus, während Polen, Brasilien und Mexiko im Mittel auf Zuwächse von etwa 4 Prozent oder mehr kommen.

Kotick zufolge wird der durchschnittliche Dezember-Gewinn des Dow Jones Industrial Average von 1,3 Prozent auch von den Börsen in Indien, Taiwan, der Tschechischen Republik, Südafrika, Großbritannien, Australien, Südkorea, Japan, der Schweiz, Portugal, Kanada und sogar vom Euro-Auswahlindex Euro Stoxx 50 überflügelt.

Eine lobende Erwähnung erhält in dem Bericht auch der Hang Seng Index aus Hong Kong mit einem durchschnittlichen Gewinn von 3,7 Prozent - auch wenn der Dezember an dem Markt historisch betrachtet nicht der beste Monat an der Börse ist.

Die Sache hat allerdings einen Haken. Währungsschwankungen haben wohl eine Rolle gespielt. Das gilt vor allem für Argentinien, wo mehrere Wechselkurse die Aktienrenditen verzerren könnten. Wird an diesen Märkten in Dollar investiert, könnten also nicht dieselben Erträge herauskommen.

Die gute Nachricht für Investoren an den US-Börsen ist, dass sich der Aufwärtstrend zum Ende des Jahres zu verstärken scheint. Der Dezember-Anstieg des Standard & Poor’s 500 Index belief sich seit dem Jahr 1900 auf durchschnittlich 1,36 Prozent, erklärt der Strategen Sam Stovall von S&P Capital IQ. Seit dem Jahr 1990 hat sich der Monatsgewinn Stovall zufolge auf 1,9 Prozent beschleunigt. Und auch wenn das nicht in dem Bericht des Strategen steht: Während des Bullenmarkts der letzten fünf Jahre kletterte der S&P 500 im Dezember-Schnitt sogar um 2,4 Prozent.

Für die steigenden Kurse werden in der Regel verschiedene Gründe genannt - von Investitionen der Jahresendboni bis hin zum Hang von Fondsmanagern, einer Rally hinterherzujagen und kurz vor dem Abschlussstichtag Bilanzkosmetik ("Window Dressing") zu betreiben, damit ihre Anlagen attraktiver erscheinen. Hinzu kommt Kotick zufolge, dass geopolitische Konflikte tendenziell deeskalieren, Politiker weniger aktiv sind, Zentralbanken am gewohnten geldpolitischen Kurs festhalten und überdies eine allgemein optimistische Festtagsstimmung aufkommt.

“Ein gutes Jahr sorgt bei den Leuten für eine gute Stimmung”, erklärte Kotick, “in einem schlechten Jahr sagen die Leute: ’das Jahr ist praktisch um, nächstes Jahr wird es besser werden’.”

Oder vielleicht liegt es auch einfach daran, dass die Menschen ihre hässlichen Weihnachtspullover wieder zurückgeben, gegen Bares eintauschen dann in Aktien investieren.

Mehr zum Thema
Pro & ContraBörse USA: Wachstum ohne Grenzen oder zurück zur Normalität? Dax 2015Wozu die Korrektur am US-Aktienmarkt führen kann