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Huawei-Gründer Ren Zhenfei: Auch die Verhaftung seiner Tochter sorgte dafür, dass der Dezember 2018 an den Börsen zum schwächsten Schlussmonat seit Jahren avancierte. | © Getty Images

Rückblick Dezember 2018 „5,3 Billionen US-Dollar bei globalen Aktien vernichtet“

Der deutsche Aktienindex Dax verzeichnete den schwächsten Dezember seit dem Jahr 2002, das amerikanische Börsenbarometer S&P 500 sogar den Dezember mit dem größten Minus seit der Großen Depression im Jahr 1931. Der NASDAQ erlebt den schlimmsten Dezember seiner Geschichte. Insgesamt wurden somit im Jahr 2018 bei globalen Aktien (MSCI All Country World Index) 5,3 Billionen US-Dollar an Marktkapitalisierung vernichtet. Zum Vergleich: Das deutsche Bruttoinlandsprodukt betrug in 2018 umgerechnet rund 3,75 Billionen US-Dollar.

Aus Sorge vor weiteren Kursverlusten zogen Investoren im Dezember in großem Stile Gelder aus Aktien- und Anleihefonds ab und schichteten in Geldmarktprodukte um – frei nach dem Motto: Rette sich wer kann.

Dabei hatte der Dezember mit einem durchaus vielversprechenden Treffen von Chinas Präsident Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump am Rande des G20-Gipfels in Argentinien recht hoffnungsfroh begonnen. Beide Seiten einigten sich auf einen Waffenstillstand im Handelskonflikt über 90 Tage, in denen keine weiteren Zölle auf gegenseitige Importe erhoben werden sollen.

USA: Huawei in der Kritik

Die gute Stimmung wurde jedoch jäh durch die Verhaftung von Meng Wanzhou, zunichtegemacht. Wanzhou ist die Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhenfei. Hintergrund: Die USA werfen den chinesischen Technologieunternehmen vor, gegen die Iran-Sanktionen verstoßen zu haben. Huawei repräsentiert für die US-Regierung gleichzeitig eine Art idealtypisches Feindbild im Rahmen des Technologiekrieges mit China.

Die USA versuchen insbesondere Huaweis Streben nach der 5G-Technologie zu bremsen. In einer chinesischen Staatszeitung wurde die Festnahme gar als „Kriegserklärung“ betitelt. Kein Wunder, denn Zhengfei ist nicht irgendwer. Er ist einer der prominentesten Wirtschaftsbosse Chinas und außerdem ein hochrangiges Mitglied des Kommunistischen Partei. Stand heute ist klar: Bis zu einer Einigung im Handelsstreit ist es noch ein langer Weg.

Europa: Flucht aus Risikoaktiva

Auch in Europa bot die Politik im Dezember ein Bild des Grauens und sorgte für Fluchtbewegungen aus Risikoaktiva. Obwohl sich die italienische Regierung mit Vertretern der Europäischen Union (EU) kurz vor Weihnachten letztlich auf einen Haushaltsentwurf für das Jahr 2019 geeinigt hat, der Weg dorthin war von Absurditäten gepflastert. Letztlich einigte man sich auf eine von der italienischen Regierung vorgeschlagenen Zielmarke für die Neuverschuldung in Höhe von 2,04 Prozent.

Budget-Prognosen mit einer zweiten Nachkommastelle abzugeben ist in etwa so, als würde man bei einem Fußballspiel darauf wetten, dass es in der 83. Minute drei Einwürfe für die Heimmannschaft gibt. Derart infantile Spielchen kommen jedoch bei der Fangemeinde von Italiens Vize-Ministerpräsident Matteo Salvini gut an, da sie vor allem einem Zweck dienen: sie verhöhnen die EU.

Großbritannien: Neuwahlen oder zweites Referendum?

Beobachter des Brexit-Dramas konnten sich im Dezember derweil des Eindrucks nicht erwehren, dass Großbritanniens Politiker in den zweieinhalb Jahren seit dem schicksalhaften Referendum Realitätsverweigerung betrieben haben. Die Verschiebung der Abstimmung über das Austrittsabkommen wurde notwendig, da sie ansonsten gescheitert wäre. Aufgeschoben bedeutet aber nicht aufgehoben. Womöglich wird zeitnah über eine Verschiebung des Austrittsdatums diskutiert. Um die verfahrene Situation zu lösen, könnte am Ende Neuwahlen oder gar ein zweites Referendum in Großbritannien notwendig werden.

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