Smart mit Elektromotor Foto: Foto von Mike von Pexels

Gesperrte Tiefgaragen für Elektroautos

„Rückschritt beim Ausbau der E-Mobilität in Deutschland“

Einige Kommunen verbannen Autos mit Elektroantrieb aus Tiefgaragen – aus Sorge vor einer größeren Brandgefahr. Schadenstatistiken bestätigen diese Ängste bislang jedoch nicht. Die Versicherer halten Parkverbote für E-Autos daher für unberechtigt. In Tiefgaragen parkende E-Autos stellen kein größeres Sicherheitsrisiko dar als Benziner oder Diesel.

„Aus unseren Statistiken gibt es keinerlei Hinweise, dass Elektrofahrzeuge häufiger brennen als Autos mit Verbrennungsmotor“, sagt Alexander Küsel, Leiter der Schadenverhütung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Wegen ihres brennbaren Treibstoffs besäßen Autos mit Verbrennungsmotor im Vergleich zu Stromern sogar eine höhere Brandlast.

„Tiefgaragen für Elektrofahrzeuge zu sperren, wäre ein Rückschritt beim Ausbau der Elektro-Mobilität in Deutschland“, mahnt Küsel. Die Sicherheit in einer Tiefgarage hänge von der Qualität des Brandschutzes ab und nicht davon, welche Autos dort parken. „Bei allen Antriebsarten kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich ein defektes Fahrzeug beispielsweise selbst entzündet“, so Küsel.

Unterschiedliche Brandgefahren

Die Bekämpfung von Fahrzeugbränden in geschlossenen Garagen ist wegen der hohen Temperaturen und der freigesetzten Rauchgase schwierig. Dies gilt sowohl für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor als auch für Elektrofahrzeuge. Bei den Brandgefahren gibt es jedoch wichtige Unterschiede.

Bei Elektromtoren ergeben sich Risiken beispielsweise durch die Infrastruktur zum Aufladen oder durch Schäden an den Batterien. Bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor entstehen Brände durch ausgelaufene Betriebsflüssigkeiten wie Benzin oder Öl, die sich an heißen Fahrzeugteilen entzünden, oder auch durch Kurzschlüsse im Kabelbaum.

Anforderungen an den Brandschutz

Für einen effektiven Brandschutz in geschlossenen Garagen haben sich Sprinkleranlagen und Entrauchungssysteme bewährt, heißt es vom GDV weiter. Sprinkleranlagen können verhindern, dass sich ein Brand auf benachbarte Fahrzeuge ausbreitet. Die Sicherheit könne zudem durch eine gute Zugänglichkeit des Grundstücks beziehungsweise der Tiefgarage erhöht werden.

Daneben sollten Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge nach meinung des deutschen Versichererverbands an Stellen angebracht werden, die für die Feuerwehr leicht erreichbar sind – beispielsweise in der Ein- beziehungsweise Ausfahrtsebene. Defekte Fahrzeuge sollten allerdings in keinem Fall in Tiefgaragen abgestellt werden.

Mehr zum Thema
GesundheitsvorsorgeBei Kranken-Zusatzversicherungen sind Vermittler gefragt Fast jede 2. Firma betroffenEin Cyber-Angriff kostet im Schnitt 22.000 Euro Berufsunfähigkeits-Policen„Die klassische Versicherung für das Depot“