Wasserstoff-Tankstelle in der Hamburger Hafencity Foto: imago images / Joerg Boethling

Rückstandslose Rendite

Diese Index-Zertifikate wollen Wasserstoff investierbar machen

Es ist ein ehrgeiziges Ziel, das sich die Europäische Union gesetzt hat: Bis 2050 soll ihre Wirtschaft klimaneutral funktionieren. Damit in Produktion und Verkehr kein klimaschädigendes Kohlendioxid (CO2) mehr anfällt, müssen fossile Energieträger ersetzt werden.

Als klimafreundliche Alternative gilt die Wasserstoff-Technologie. Die Bundesregierung hat im Juni 2020 eine eigene, nationale Wasserstoff-Strategie verabschiedet. Die Kür, das ist im Strategiepapier festgelegt, ist die Produktion von sogenanntem „grünen Wasserstoff“. Bei seiner Produktion soll kein zusätzliches klimaschädliches CO2 anfallen (siehe Liste rechts).

Längst ist Wasserstoff auch zu einem Investmentthema geworden. Dennoch war es bis vor kurzem nicht ganz trivial, hierzulande gezielt in Wasserstoff-Firmen zu investieren. Zwei hiesige Vermögensverwalter haben die Lücke zum Anlass genommen, selbst aktiv zu werden. 2020 haben sowohl die Essener PVV als auch das Hamburger Haus Albrecht, Kitta und Co. eigene Wasserstoff-Anlagestrategien aufgelegt – jeweils in Form von Indizes. In diese lässt sich per Zertifikat investieren.

PVV lässt seinen Wasserstoff Strategie Index von der Schweizer Bank Vontobel berechnen. Vontobel legt auch das zugehörige Indexzertifikat auf (ISIN: DE000VP6LSQ7). Zur Vorgeschichte erläutert Vorstandsmitglied Andreas Schyra: Es sei kaum möglich gewesen, eine fertige Wasserstoff-Strategie zu finden, in die sich hierzulande auch investieren lasse.

Der Wasserstoff-Korb vom Index-Anbieter Solactive etwa, via Zertifikat auch bei Vontobel erhältlich, umfasse US-Werte, die Dividenden ausschütten. Das Papier sei daher bei kaum einer hiesigen Depotbank erhältlich: steuerlich zu komplex. Also machten sich die Essener selbst ans Werk. Ins Portfolio des Wasserstoff Strategie Index kommen Elektrolyseur- und

Brennstoffzellen-Hersteller, Anbieter entlang der Wasserstoff-Lieferkette und Firmen, die sich auf die Anwendung der Technologie spezialisiert haben. Derzeit enthält das Investment-Universum 29 Titel. 18 davon haben es in den Index geschafft. Top-Positionen sind der deutsche Gasproduzent und Anlagenbauer Linde, sein französischer Wettbewerber Air Liquide und der schwedische Brennstoffzellenentwickler Powercell.

Auch der chinesische Motorenhersteller Weichai Power, der sich mittlerweile stark auf Brennstoffzellen-Antrieb verlegt, ist in den Top 10. Die stärksten Titel haben Stand Anfang November je knapp 12 Prozent Gewicht, die schwächsten rund 3 Prozent. Universum und Titelanzahl im Index könne man ausweiten, falls neue aussichtsreiche Unternehmen in Sicht kommen, erläutert Schyra.

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