Rückzieher: AIG klagt nun doch nicht

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„Der AIG-Vorstand hat entschieden, Starrs Forderungen abzulehnen. Er wird sie weder selbst unterstützen noch ihm erlauben, sie im Namen von AIG zu stellen“, verkündet der US-Versicherer American International Group (AIG) in einer Pressemitteilung. Damit lässt er ein Gedankenspiel fallen, an dem sich die Stimmung im amerikanischen Volk beträchtlich hätte aufheizen können.

So schnell kann’s gehen. Bis gestern überlegte die Führungsriege noch, ob sie sich den Klageplänen von Maurice Greenberg (Foto) anschließt. Der war AIG-Chef und mit seiner Firma Starr International der größte AIG-Teilhaber, bis der US-Steuerzahler das Unternehmen 2008 vor dem Untergang retten musste. Jetzt will Greenberg die Regierung auf 25 Milliarden Dollar Schadenersatz verklagen, weil er sich als Aktionär bei der Rettung benachteiligt fühlt.

Es folgten ein kurzes aber heftiges Grummeln bei Volk und Regierung und eine Debatte über Undankbarkeit, sodass AIG den Gedanken nun wieder fallen gelassen hat. „Amerika hat in 62.000 AIG-Angestellte investiert“, so Verwaltungsratschef Steve Miller. „Und wir haben unser Versprechen gehalten, diese großartige Firma wieder aufzubauen, jeden investierten Dollar zurückzuzahlen und all jenen einen Gewinn zu bringen, die uns vertraut haben.“ Bis heute habe AIG 205 Milliarden Dollar an Amerika zurückgezahlt, inklusive eines Gewinns von 22,7 Milliarden Dollar. „Wir danken Amerika noch immer für die Unterstützung“, so Miller.

Da hätte eine Klage tatsächlich nicht ganz ins Bild gepasst.

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