Ruhestand erreicht – Leibrente oder Entnahmeplan?
- der Wunsch, Nachkommen einen Teil des Geldes zu vererben,
- das Bedürfnis, flexibel auf sein Vermögen zugreifen zu können,
- die Möglichkeit, im Alter Anschaffungen tätigen zu können und
- die Kosten der Leibrente, die in Aufwendungen des Versicherers
bestehen – und darin, dass eher gesunde Ruheständler mit hoher
Lebenserwartung Leibrenten abschließen und die Gesellschaften
deshalb Sicherheitsabschläge vornehmen müssen.
angelegt, bringen 15 Jahre lang etwa 380 Euro im Monat bei Kapitalverzehr, aber nur rund 180 Euro bei Kapitalerhalt.“
Zwei-Töpfe-Strategie: Auszahl- und Zuwachsdepot
Doch was geschieht nach 15 Jahren? Die Vermögensberater von Fund-Market schlagen die Aufteilung des Gelds auf zwei Depots vor: ein Auszahldepot für die Entnahmen in den ersten zehn oder 15 Jahren des Ruhestands sowie ein Zuwachsdepot, aus dem Anleger das Auszahldepot später wieder auffüllen – vorausgesetzt, der Wertzuwachs reicht aus.
Fund-Market-Geschäftsführer Lutz Overlack empfiehlt daher für das Zuwachsdepot eine offensive Anlagestrategie. „Bei einer durchschnittlichen Rendite von 7,2 Prozent verdoppelt sich das Kapital in zehn Jahren“, nennt er eine Faustformel. Stehen neben 50.000 Euro für das Auszahldepot zusätzlich 50.000 Euro für das Zuwachsdepot zur Verfügung, ließe sich bei aktienlastiger Anlage diese Rendite bei guter Börsenentwicklung erreichen.
Allerdings rät Overlack: „Zehn Jahre Anlagedauer sind für ein aktienreiches Depot das absolute Minimum.“ Zwölf oder 15 Jahre bieten deutlich mehr Sicherheit für das Erreichen des Anlageziels. Die dann nötige Rendite für die Verdoppelung des Kapitals liegt nur noch bei 6,0 beziehungsweise 4,8 Prozent im Jahr.
Durch den längeren Zeitraum ist die Entnahmehöhe des Auszahldepots dann allerdings niedriger. Neben der gleichmäßigen Aufteilung des Vermögens auf das Auszahl- und das Zuwachsdepot sind natürlich noch andere Konstellationen
denkbar. „Die Gestaltung eines solchen Entnahmesystems sollte an die Wünsche des Anlegers angepasst werden“, so Overlack. Lege der eine mehr Wert auf Sicherheit, komme es dem anderen auf die Maximierung möglicher Entnahmen an.
Bei der Kalkulation sollten Anleger auch anfallende Steuern berücksichtigen. Eine defensive Anlage bringt derzeit kaum mehr als 4 bis 4,5 Prozent. Durch die Ab Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Soli) bleiben davon ab 2009 nur rund 3 Prozent übrig, wenn der Steuerpauschbetrag (801 Euro/Ehepaare 1.602 Euro) ausgeschöpft ist und der Grenzsteuersatz über 25 Prozent liegt.
Teil 1: Leibrente oder Entnahmeplan
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