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Erneuerbare Energien „Russlands Überfall auf die Ukraine wird zum Turbo für die Energiewende“

Der Bau eines Windparks in Österreich
Der Bau eines Windparks in Österreich: „Mittel- bis langfristig ist es unabdingbar, die erneuerbaren Energien inklusive sinnvoller Speicherkapazitäten erheblich auszubauen“, erkärt Uwe Eilers. | Foto: imago images / all over

Die europäischen Regierungen möchte so schnell wie möglich eine Unabhängigkeit von russischen Energielieferungen erreichen. Kurzfristig kann dies funktionieren, wenn Öl und Gas aus anderen Ländern importiert wird, wobei Gas nur als Flüssiggas in anderen Europäischen Ländern angelandet werden kann. Von dort muss es durch bestehende Pipelineverbindungen nach Deutschland gelangen, was die Preise erhöhen wird. Mittel- bis langfristig ist es unabdingbar, die erneuerbaren Energien inklusive sinnvoller Speicherkapazitäten erheblich auszubauen.

Status quo der Energiewende

Schaut man sich den Primärenergieverbrauch beispielsweise in Deutschland an, sieht man die nach wie vor existierende Dominanz fossiler Energieträger. Trotz der sehr ambitionierten Pläne und CO2-Ziele die gerade in Deutschland verfolgt werden. Erst war die Klimaneutralität bis 2050, dann bis 2045 und nun bereits bis 2035 geplant! Bis Ende dieses Jahres gehen die letzten beiden verbliebenen Kernkraftwerke vom Netz und der Kohleausstieg wird forciert.


Den Ausgleich der wegfallenden Kohleverstromung und der Kernenergie wird durch den Ausbau regenerativer Energieformen massiv vorangetrieben. Trotz der optimistischen Wünsche die Energietransformation erheblich zu beschleunigen, gibt es noch einige Herausforderungen bis zum Erreichen von CO2-freier Energieversorgung.

Nachts und bei starker Bewölkung wird kein Solarstrom erzeugt und der Wind weht auch nicht immer gleich stark. Aus dem Grund ist die Weiterentwicklung und Implementierung von diversen Speichertechnologien elementar. Zudem gibt es noch bürokratische Hürden, die Genehmigungsverfahren in die Länge ziehen und eine reibungslose Transformation noch teils deutlich verlangsamen.

Maßnahmen für eine Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern

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Der Überfall Russlands auf die Ukraine wird ein Turbo für die Energiewende in Europa darstellen. Die Politik sieht sich gezwungen, angedachte Lösungen erheblich zu beschleunigen. Das Ziel schnellstmöglich unabhängig von russischer Kohle, Öl und Gas zu werden, wird bürokratische Hemmnisse reduzieren, so dass die ambitionierten Ziele der Energiepolitik schneller umgesetzt werden können.


Abgesehen davon beweisen viele Studien auf diesem Gebiet, dass eine 100 Prozent regenerative Energiebereitstellung sehr gut möglich ist. Photovoltaik, Biomasse und Windkraft könnten dabei den Löwenanteil der Stromerzeugung ausmachen. Daneben sind als Ergänzung Wellen- und Gezeitenkraftwerke im Meer denkbar. Wichtig dabei ist nur, die Vielzahl an Möglichkeiten zu nutzen, um die Schwankungen in der Energieerzeugung bei den erneuerbaren Energien auszugleichen.

Der Einsatz unterschiedlicher Speichertechnologien, primär Wasserstoff und unterschiedliche Batterietechnologien, sind Grundlage dafür. Mit überschüssigem Strom bei starkem Wind oder starker Sonneneinstrahlung kann durch Elektrolyse Wasserstoff produziert werden. Der Energieträger kann in bestehende Pipelines und Gasspeicher eingespeist und gespeichert werden.

Im Verkehrssektor soll der erste Wasserstoffzug in diesem Jahr in Deutschland zum Einsatz kommen. LKWs könnten in wenigen Jahren mit Wasserstoff angetrieben werden und wasserstoffgetriebene PKWs könnten in fünf bis zehn Jahren serienreif sein. In der Schifffahrt könnte Wasserstoff schon kurzfristig Schweröl und Diesel ersetzen, möglicherweise kombiniert mit Großsegel bei bestimmten Schiffstypen.

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