Investitionen in Sachwerte Bei Zweitmarkt-Investments Experten ins Boot holen

Containerschiff: „Schiffsinvestments auf dem Zweitmarkt sind ein fast vergessener Markt“, sagt Jörg Neidhart von der auf Sachwertbeteiligungen spezialisierten Secundus Advisory aus Hamburg. | © Markus Spiske raumrot.com

Containerschiff: „Schiffsinvestments auf dem Zweitmarkt sind ein fast vergessener Markt“, sagt Jörg Neidhart von der auf Sachwertbeteiligungen spezialisierten Secundus Advisory aus Hamburg. Foto: Markus Spiske raumrot.com

Die Assetklasse Schiff war über viele Jahre der Absatzrenner unter deutschen KG-Beteiligungen. Die Aussichten waren über viele Jahre gut, die Ergebnisse konnten in den ersten Jahren die Erwartungen auch bestätigen. Was dann kam, ist hinlänglich bekannt: Überkapazitäten, volle Orderbücher, zu optimistisch kalkulierte Projekte und die große Krise.

Viele Beteiligungen haben die nun zehn Jahre dauernde Krise am maritimen Markt nicht überstanden. Das Vertrauen in Schiffsbeteiligungen ist daher weiterhin sehr niedrig beziehungsweise kaum vorhanden, so dass der Markt aus dem Fokus vieler Investoren geriet.

Aber nicht alle Schiffe waren dem Untergang geweiht, viele Fonds haben die Aufs- und Abs der letzten Jahre überstanden und werden am Markt zu unterschiedlichen Kursen gehandelt. Doch welche Parameter entscheiden über die Attraktivität der Kurse von bis zu 20 Jahre alten Schiffen?

Entschuldungsgrad als wichtigster Indikator

Jörg Neidhart, Secundus Advisory

Die Kalkulation der Schiffe ist meist vergleichbar: Neben dem Eigenkapital der Gesellschafter wurde Fremdkapital aufgenommen, welches über einen Zeitraum von zwölf bis 15 Jahren zurückgeführt werden sollte. Allerdings haben nur wenige Fonds in der Vergangenheit auf entsprechend langlaufende Charterverträge gesetzt und die Einnahmesituation damit über die gesamte Darlehnslaufzeit gesichert.

Mit fatalen Folgen: Oftmals konnten Schiffe mit der erzielten Anschlusscharter allenfalls die Kosten des Schiffsbetriebs einfahren, an Zins und Tilgung war nicht mehr zu denken. Und die Geduld der Banken war zu Zeiten der Finanzkrise meist schnell zu Ende: Zusammen mit drastisch gefallenen Schiffswerten blieb oft nur die Abwicklung.

Das Problem: Die Nutzungsdauer eines Schiffes kann mit etwa 20 Jahren kalkuliert werden. Der Schiffswert wird am Ende der Laufzeit nicht mehr als den Schrottwert bringen. Der Marktwert sinkt also tendenziell im Alter, auch durch die Konkurrenz immer besserer und sparsamerer Neubauten. Der Schrottpreis kann demnach als untere Absicherung des Schiffswertes angesehen werden. In diesem Spannungsfeld bewegen sich Zweitmarktinvestoren.