Ottmar Heinen, Vertriebsdirektor bei Lacuna

Ottmar Heinen, Vertriebsdirektor bei Lacuna

Sachwerte im Stiftungsportfolio

Mit geschlossenen Anlagen aus dem Dilemma

Wie viele andere Investorengruppen auch stehen Stiftungen vor einem Anlagedilemma: Sie können mit festverzinslichen Wertpapieren kaum mehr Erträge oberhalb der Inflationsrate erwirtschaften. Für Stiftungen bedeutet das, dass sie nicht ausreichend Kapital zur Verfügung haben, um den Stiftungszweck erfüllen zu können.

Eine Lösung dieses Problems zeigt die Studie „Geschlossene Fonds als Anlagemöglichkeit für Stiftungen“ von Gregor Dorfleitner und Julia Weigert, beide Universität Regensburg, auf. So benennt die Studie geschlossene Beteiligungen, insbesondere Fonds im Windenergie-Segment, als einen geeigneten Portfoliobaustein.

Initiatorin der Studie ist die Regensburger Lacuna, die gemeinsam mit der Muttergesellschaft Fronteris bereits seit über 15 Jahren unter anderem Windenergie-Projekte umsetzt. Warum die Studie – und warum jetzt?

Das „Warum jetzt?“ ist schnell beantwortet: Es ist oft das beschriebene Anlagedilemma, das Stiftungen regelrecht dazu zwingt, nach Alternativen zu suchen. Und hier knüpft das „Warum die Studie?“ an. Denn die Untersuchung erläutert, inwiefern sich geschlossene Windbeteiligungen als eben solche Anlagealternative anbieten.

Hintergrund ist die vielfach geäußerte Befürchtung von Stiftungsseite, die Erträge des geschlossenen Windfonds könnten aufgrund ihrer Klassifizierung als „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ zu einer Steuerpflicht und im schlimmsten Fall zur Entziehung der Gemeinnützigkeit führen.

Alternative: Windbeteiligungen


Die gute Nachricht für Stiftungen: Wenn die individuellen Anlagerichtlinien ein Investment in geschlossene Fonds zulassen, können vor allem Windbeteiligungen eine Alternative bieten – und zwar ganz ohne die genannten negativen Folgen.

Dabei ist das Investment steuerrechtlich wie folgt geregelt: Liegen die Einkünfte unterhalb der Freigrenze von 35.000 Euro, kann die Stiftung ihre Gemeinnützigkeit beibehalten und muss die Einkünfte zudem auch nicht versteuern.

Erst dann, wenn die Erträge diesen Betrag übersteigen, entsteht eine Steuerpflicht. Aber selbst dann kann sich ein Investment für Stiftungen lohnen, da die gemittelten Erträge auch bei konservativer Rechnung mit knapp 4 Prozent pro Jahr deutlich über denen von zum Beispiel Bundesanleihen liegen, wie die Studie analysiert hat.

Dennoch besteht natürlich rein theoretisch das Risiko nachhaltiger Verluste, die wiederum zu einer Aberkennung der Gemeinnützigkeit führen können. Aber auch dieses Risiko ist durch verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten beschränkbar, wie Gregor Dorfleitner in der Studie herausarbeitet.

Hierzu gehören Fragestellungen wie: Verfügt der Anbieter über einen aussagekräftigen, erfolgreichen Track Record? Wie genau ist das Rendite-Risiko-Profil des Produkts? Wurde die Ausschüttungsprognose auf Basis konservativer, prüfbarer Gutachten erstellt und gibt es zum Beispiel namhafte Kreditgeber?

Die genannten Faktoren beispielsweise sind Indikatoren für ein stabiles Investmentkonzept eines seriösen Anbieters. Für ein Investment in deutsche Windparks spricht zudem die 20-jährige EEG-Einspeisevergütung. Dieser Vorteil besteht insbesondere, sofern es sich um Projekte handelt, die noch 2014 in Betrieb genommen werden.

Somit herrscht eine Kongruenz bei Windbeteiligungen mit 20 Jahren Laufzeit mit der gleichlangen garantierten Einspeisevergütung. Aufgrund der eindeutigen Aussagen von Bundeskanzlerin Merkel und dem Wirtschaftsministerium wird es weiterhin einen Bestandsschutz für diese Regelung bei bestehenden Investments geben.

Somit kommen die Ausschüttungen von Beteiligungen im Windbereich dem „Ewigkeitsprinzip“ von nachhaltigen, kalkulierbaren Ausschüttungen der Stiftungen sehr entgegen und passen zudem zu deren moralisch-ethischen Vorstellungen.

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