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Aktualisiert am 24.05.2022 - 15:53 Uhrin RentenfondsLesedauer: 5 Minuten

Finanzexperte von Cohen & Steers Sachwerte helfen im Kampf gegen Inflation

Altbau in Berlin
Altbau in Berlin: Immobilien sollen vor Inflation schützen. | Foto: Imago Images / Sabine Gudath

Die Inflation in der Eurozone erreichte zuletzt ein Rekordhoch von 5 Prozent. Die politischen Entscheidungsträger der Europäischen Zentralbank sind, wie die Zentralbanken überall, geteilter Meinung darüber, ob der jüngste Preisanstieg anhalten wird oder ob es sich um ein vorübergehendes Phänomen handelt. In der Tat scheint heutzutage jeder eine Meinung zur Inflation zu haben. Doch allein die Gefahr einer anhaltend höheren Inflation veranlasst viele Anleger, die möglichen Auswirkungen auf ihre Vermögensallokation zu überdenken – und das zu Recht.

Unsere Analyse der verfügbaren US-Daten, die bis in die späten 1970er-Jahre zurückreicht und die unserer Ansicht nach auch für Deutschland und die meisten Industrieländer gilt, zeigt, dass die realen (inflationsbereinigten) Renditen für Aktien und Anleihen in Phasen niedriger Inflation stark waren. Das deutet darauf hin, dass die traditionellen Vermögensallokationen wahrscheinlich überproportional von den historisch niedrigen Inflationsraten der letzten Jahre profitierten.

Und angesichts der realen Zinssätze im stark negativen Bereich und der Aktienbewertungen, die nur mit denen in der Technologieblase der frühen 2000er-Jahre konkurrierten, glauben wir, dass die meisten Aktien- und Anleihenallokationen wenig Sicherheit bieten, um sich gegen ein anhaltendes, ungünstiges Inflationsumfeld abzusichern. Die Notwendigkeit eines Inflationsschutzes und einer Diversifizierung hat angesichts eines potenziellen Wendepunkts bei langfristigen Wirtschaftstrends, angetrieben von historischen geldpolitische Ausgaben auf globaler Ebene und der Bedingung, dass die Zentralbanken Phasen hoher Inflation länger andauern lassen als früher, zusätzliche Bedeutung gewonnen.

Hinzu kommen die angespannten Arbeitsmärkte, die die Lohninflation in die Höhe treiben, und eine Hinwendung zu einem disziplinierteren Kapitalmanagement in der Rohstoffbranche, die einen neuen Aufwärtszyklus bei den Rohstoffen vorantreiben dürfte. Für viele institutionelle Anleger hat dies zu einer stärkeren Fokussierung auf Sachwerte geführt.

Diese wachsende Kategorie, die sich einst hauptsächlich auf Immobilien und Edelmetalle beschränkte, stellt nun eine beträchtliche Allokation in vielen institutionellen Portfolios dar, die sich auf Infrastruktur, Rohstoffe und natürliche Ressourcen erstrecken und privat sowie über börsennotierte Märkte gehalten werden. Im Gegensatz zu Inflationsabsicherungen wie VPI-Swaps ist die Attraktivität von Sachwerten in ihrem Potenzial begründet, zum Schutz vor Inflation beizutragen und gleichzeitig die Aussicht auf langfristige Renditen zu bieten.

Im Folgenden wird untersucht, welche Rolle börsennotierte Sachwerte beim Aufbau von Portfolios spielen, die erstens ein höheres risikobereinigtes Renditepotenzial und zweitens Widerstandsfähigkeit in einer Vielzahl von Wirtschafts- und Marktumfeldern bieten können.

Ein Faktor, der allen Sachwerten gemein ist, ist ihre positive Sensitivität gegenüber überraschenden Entwicklungen bei der Inflation. Der Grund hierfür ist einfach: Die Inflation wirkt sich oft sowohl auf die Preise von Vermögenswerten als auch auf die Erträge von Sachwerten aus, entweder direkt durch vertragliche Inflationsverbindungen oder indirekt durch fundamentale Konjunkturtreiber. Diese Fähigkeit von Sachwerten, der Inflation entgegenzuwirken, bietet potenzielle Vorteile für Portfolios auf kurze Sicht, wenn die Preise steigen, und auf längere Sicht, wenn die Inflationsraten weiterhin überraschend nach oben gehen.

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