Sam: Fett verdienen an dicken Menschen

//
Im Jahr 2008 waren 1,5 Milliarden Erwachsene übergewichtig, davon 500 Millionen fettleibig, berichtet WHO. Die Weltgesundheitsorganisation rechnet damit, dass diese Zahlen bis 2015 auf 2,3 Milliarden beziehungsweise 700 Millionen ansteigen werden.

Dafür spricht auch die stark gestiegene Anzahl übergewichtiger Kinder in den vergangenen Jahrzehnten. Wogen in den 70er Jahren nur 15 Prozent der 12- bis 19-jährigen US-Amerikaner zu viel, waren es nach der Jahrtausendwende bereits 35 Prozent – also mehr als ein Drittel. Das ist besonders alarmierend, da fettleibige Kinder zum einen ein hohes Risiko haben, früher an gewichtsbedingten Krankheiten zu erkranken. Zum anderen wird eine spätere Adipositasbekämpfung umso schwieriger, je früher die Fettleibigkeit einsetzt.

Dabei beschränkt sich die Fettleibigkeit nicht auf die Industriestaaten: In vielen Schwellenländern, wo zunehmender Wohlstand mit einem bewegungsärmeren Lebensstil und veränderten Ernährungsgewohnheiten einhergeht, steigen die Adipositasraten noch schneller. Das führt zu einer paradoxen Situation: In einigen Ländern leidet ein Teil der Bevölkerung nach wie vor an Mangelernährung, während der andere Teil sich zunehmend mit gewichtsbedingten chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Störungen plagt.

Die durch Adipositas verursachten Erkrankungen stellen nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die Gesundheitssysteme eine schwere Belastung dar. Allein in den USA beziffern Experten die auf Fettleibigkeit zurückzuführenden Gesundheitskosten auf 147 Milliarden US-Dollar (Stand: 2008). Hinzu kommen indirekte Kosten, die durch verminderte Produktivität und häufigere Fehlzeiten der Erkrankten bei der Arbeit verursacht werden. Sollte der Anstieg der Fettleibigkeitsrate anhalten, werden diese Kosten nach Expertenschätzungen bis 2030 auf 700 bis 785 Milliarden US-Dollar steigen.

Sam-Strategie soll vom zunehmenden Gesundheitsbewusstsein profitieren

In der Sam-Studie „Fettleibigkeit – eine schwere Last“ gehen die Forscher von einer baldigen Trendwende zu einer gesünderen Lebensweise mit mehr Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung aus. „Die Nachfrage nach Arzneimitteln, Bio-Lebensmitteln, Körperpflegeprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und Fitnessprodukten wird steigen“, sind sie überzeugt. Allein im Bereich der Natur- und Bio-Nahrungsmittel erwarten sie in den nächsten drei Jahren Umsatzzuwächse von 5 bis 10 Prozent pro Jahr. Auch Firmen, die in der Diabetes-Behandlung und der Frühdiagnose anderer ernährungsbedingter Erkrankungen aktiv sind, haben laut Sam-Spezialisten gute Zukunftschancen.

Mit der „SAM Healthy Living“-Investmentstrategie hat die auf Nachhaltigkeit spezialisierte Gesellschaft einen Anlageansatz für diesen Marktsegment entwickelt. Die Strategie zielt auf Unternehmen, die nachhaltige Lösungen zur Förderung eines gesünderen Lebensstils, zur Vorbeugung von Erkrankungen oder zur Behandlung und Bewältigung der Symptome chronischer Erkrankungen entwickeln. Dazu gehören Agrarunternehmen, Nahrungsmittel- und Getränkehersteller genauso wie Arzneimittelproduzenten und -händler oder Fitness- und Gesundheitsanbieter.

Mehr zum Thema