SAM-Gründer gründet grüne Bank

Er rechne mit einer Banklizenz bis Ende des Jahres, erklärte Ringger gegenüber dem Finanzportal Finews.ch. Im ersten Quartal 2011 soll dann seine Bank, die derzeit noch den Arbeitstitel „Globalance Capital“ trägt, ihren Betrieb aufnehmen.

Die Bank soll einer ausgesuchten Klientel – dazu zählen vor allem vermögende Privatkunden sowie Stiftungen, Familiengesellschaften und Family Offices – eine ganze Palette an nachhaltigen Anlagen anbieten. Selbst die heute noch weniger gängigen Anlageklassen wie Obligationen, Immobilien oder alternative Investments, die ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien entsprechen, sollen verkauft werden.

Für die Unternehmensspitze hat Ringger bereits seine ehemaligen SAM-Kollegen Urs Landolt und David Hertig ins Boot geholt. Als Leiter des operativen Geschäfts konnte er den ehemaligen Vorstandschef der Valiant Bank Adrian Lerf gewinnen. Die Fondsmanager-Auswahl wird Thomas Pfyl, ehemaliger Leiter der Aktienanalyse bei Vontobel verantworten. Als Leiter des Portfolio-Managements hat Ringger Sebastian Epp von der Bank Clariden Leu engagiert.

Insgesamt soll die Bank in erster Zeit mit rund 20 Mitarbeitern und Führungskräften auskommen. Es werden noch ein Research-Leiter, ein Immobilien-Analyst sowie Fachleute für Kundenbetreuung, Marketing und Kommunikation gesucht.

Hintergrundinfo: 1995 gründete Ringger mit der Sustainable Asset Management Group (SAM) eines der ersten auf nachhaltige Geldanlagen spezialisierten Schweizer Finanzinstitute. 2006 verkaufte er einen Teil seiner Firma an die niederländische Bank Robeco, die das Unternehmen 2008 ganz übernahm. Im Februar 2009 verließ der 47-Jährige SAM, um nach eigenen Angaben neue Initiativen im Bereich der Nachhaltigkeit zu realisieren. 

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