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Sarasin-Stratege über US-Aktien „Wahrscheinlicher Beginn einer mittelfristigen Börsenhausse“

Der US-Aktienindex S&P 500 hat letzten Freitag bei 2.162 Punkten geschlossen. Es ist bemerkenswert. Der S&P 500 blieb von Mai 2015 bis Juli 2016 in einem Seitwärtstrend und vermochte über diesen Zeitraum keine neuen Höchststände mehr zu erreichen. Positive Wirtschaftsdaten wie die Arbeitsmarktdaten für Juni 2016 oder der Einkaufsmanagerindex (PMI) vermittelten den notwendigen Impuls, um die wichtige technische Marke bei 2.130 Punkten zu überwinden. Die Erwartung zusätzlicher geldpolitischer Impulse durch die Bank von England und die Bank von Japan sowie die Perspektive keiner weiteren Zinsschritte durch das Federal Reserve haben auch eine wichtige Rolle gespielt. Damit darf man sagen, dass die Brexit Abstimmung den US-Aktienmarkt eigentlich indirekt geholfen hat.

Unsere mittelfristigen Stimmungsindikatoren weisen auf den wahrscheinlichen Beginn einer mittelfristigen Börsenhausse hin. Die Marktbreite (Anzahl steigender Aktien an einer Börse) bestätigt eine breit gestützte Aufwärtstendenz. Die Bewertung des US-Aktienmarktes darf natürlich risikoaverse Investoren etwas bedenklich stimmen. Der S&P 500 Index wird zurzeit mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 mal die erwarteten Gewinne für die nächsten Monate gehandelt, was im historischen Rückblick eher hoch ist. Der Nasdaq 100, der führende Technologiewerte enthält, weist sogar ein KGV von 23,6 auf. Unser Standpunkt ist, dass die Bewertung zwar wichtig ist, aber auch ein Spiegelbild der herrschenden ökonomischen und monetären Bedingungen ist. Zentralbanken haben mit ihrer expansiven Geldpolitik Anleiherenditen künstlich nach unten gedrückt und dadurch manche Preismechanismen an den Kapitalmärkten verzerrt. Wir gehen davon aus, dass Länder mit stabilerem Wachstum wie die USA sowie einzelne Börsensegmente nicht ohne Grund etwas teuer bewertet sind. Daran dürfte sich kurzfristig nicht viel ändern.

Die republikanische Parteikonvention hat am 18. Juli 2016 begonnen und dauert bis zum 21. Juli 2016. Die demokratische Konvention folgt eine Woche später. Der US-Aktienmarkt hat sich seit Februar 2016 mit dem Szenario eines Wahlsiegs der Demokratin Hillary Clinton angefreundet.

Der Kursverlauf des US-Aktienmarkts sieht starke Ähnlichkeiten mit den Wahlchancen des Demokraten für die Präsidentschaft an den Wahlbörsen aus. Eine klare Erholung der Wahlchancen des republikanischen Kandidaten Trump, möglicherweise gegen Ende August oder im September 2016, könnte eine Korrektur bei US-Aktien auslösen.

Der Beginn der Berichterstattungsperiode von Mitte Juli bis Mitte August 2016 dürfte die Anleger kaum verunsichern. Die ersten Zahlen haben eher tiefe Erwartungen übertroffen und wurden von steigenden Kursen in der Mehrheit der Fälle quittiert. Kurzfristige Stimmungsindikatoren sind etwas hoch, verraten aber noch keine völlig übermütige Stimmung. Der aktuelle Markttrend zeigt nach oben und dürfte bis Ende Juli 2016 anhalten.
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