Apple-Store in Hongkong: Tech-Titel wie Apple haben maßgeblich zur US-Börsenrally der vergangenen Dekade beigetragen. | © imago / ZUMA Press Foto: imago / ZUMA Press

Sauren-Vorstand Andreas Beys

Was Mischfonds-Anleger jetzt beachten sollten

Andreas Beys
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Der Kapitalmarkt ist in seiner Gänze sehr komplex, daher macht es vom Grundsatz her Sinn, dass Anleger ihr Geld zunehmend in vermögensverwaltende Anlagekonzepte investieren, anstatt sich eigenständig mit der Auswahl geeigneter Wertpapiere zu beschäftigen. Vor allem vermögensverwaltende Anlagekonzepte auf Aktien- und Rentenbasis konnten in den vergangenen zehn Jahren attraktive Renditen für ihre Anleger erzielen. Viele Anleger reagieren auf diese zufriedenstellenden Ergebnisse mit weiteren Anlagen in erfolgreiche Mischfonds, diese nehmen daher einen immer größeren Depotanteil ein. Typischerweise wählen Anleger in erster Linie Fonds mit besonders guten Vergangenheitserfolgen aus. Allerdings sollte sich Anleger nicht vorschnell entscheiden, sondern sich insbesondere mit den Gründen der guten Vergangenheitsentwicklung beschäftigen und das Zukunftspotential von klassischen Mischfonds genauer analysieren.

Mischfonds analysieren

Bei der Analyse von Investmentfonds ist es sinnvoll, die Investmentfondsstrategie mit den jeweiligen Marktrahmenbedingungen in Verbindung zu bringen und folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie hoch war der Performanceanteil durch die reine Marktbewegung (Beta)?
  • Wie hoch der Performanceanteil aufgrund der Fondsmanagerfähigkeiten (Alpha)?
  • Sind die Kosten für die Verwaltung gerechtfertigt?

Eine erste Analyse soll sich mit den Zukunftsaussichten von defensiven bis ausgewogenen klassischen Mischfonds beschäftigen. Im Anschluss wird im Rahmen eines Dekadenvergleichs eine etwas tiefergehende Analyse aufzeigen, weshalb moderne Multi-Asset-Strategien, die breiter als allein in Aktien und Renten investieren, zukünftig die wahrscheinlich sinnvolleren vermögensverwaltenden Produkte für Anleger sein werden.

Schlechte Zeiten für Mischfonds

Die Vergangenheitserfolge der derzeit führenden Mischfonds stehen mit den besonderen Marktrahmenbedingungen der vergangenen zehn Jahren in Verbindung, auf die später noch eingegangen wird.

Die Aktienmärkte erzielten in dieser Zeit enorme Wertzuwächse. Es gab zwischen ihnen aber deutliche Unterschiede.

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Der US-amerikanische Aktienmarkt legte beispielsweise mit 355,2 % (16,4 % p.a.) in den letzten 10 Jahren deutlich stärker zu als europäische Aktien (117,8 %/8,1 % p.a.) bzw. Aktien der Schwellenländer (83,1 %/6,2 % p.a.) – jeweils auf Euro-Basis. Die deutlich bessere Wertentwicklung der US-amerikanischen Aktienmärkte hat mit zwei wesentlichen Faktoren zu tun:

  1. Aufwertung des US-Dollars zum Euro (21,78 %/2,4 % p.a.) in diesem Zeitraum.
  2. Mit Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google, heute Alphabet, (FAANG Aktien) verfügt die USA über eine relativ hohe Anzahl an extrem erfolgreichen Wachstumsunternehmen.
  3. Europäische Aktien sind dagegen häufiger in traditionellen Märkten tätig und eher dem Value-Bereich zuzuordnen.

Aber auch der Anleihenmarkt konnte nicht nur 2019 deutlich zulegen, sondern tat das im vergangenen Jahrzehnt insgesamt. So legten europäische Staats- und Unternehmensanleihen um mehr als 50 Prozent zu (s. Abb. 2).

Grafik 2

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