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Gefragte Ressourcen Scheitert die Energiewende an Rohstoffmangel?

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Wie lässt sich die Abhängigkeit reduzieren?

Die Bedenken hinsichtlich Lieferkette und Umwelt haben zur Suche nach Alternativen geführt. Wissenschaftler untersuchen Methoden zur Gewinnung Seltener Erden, die auf weniger schädlichen Chemikalien sowie Bakterien oder anderen nicht-chemischen Mitteln basieren. Außerdem wird daran geforscht, sie aus Kohlenasche zu gewinnen.

Das Ersetzen, Reduzieren oder Recyceln von Metallen aus der Gruppe der Seltenen Erden kann ebenfalls einen Beitrag leisten. In der Windindustrie gibt es Alternativen wie supraleitende Generatoren. Diese brauchen nur einen Bruchteil der Seltenen Erden, die in den weit verbreiteten Permanentmagnet-Turbinen benötigt werden.

Auch die Hersteller von Elektrofahrzeugen versuchen, den Einsatz von Seltenen Erden zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Sie verwenden zum Beispiel Motoren, die keine Magnete benötigen oder ersetzen diese durch Kupferwicklungen.

Weniger als 1 Prozent der Seltenen Erden werden derzeit recycelt. Der Grund: Es ist schwierig, diese Elemente aus den Legierungen zu trennen. Angesichts der rasant steigenden Nachfrage dürfte Recycling nur begrenzt dazu beitragen, den erwarteten kurz- und mittelfristigen Bedarf zu decken.

Bei der Lösung der sozialen und politischen Herausforderungen kann die Verbreiterung der Bezugsquellen helfen. Diese sollte aber nicht auf Kosten der Umwelt gehen – denn potenzielle Abbaustätten liegen oft in Gebieten mit großer Biodiversität.

Der Tiefseebergbau wird als weitere Möglichkeit zur Diversifizierung der Versorgung erforscht. So hat Japan kürzlich unter Wasser ein riesiges Vorkommen Seltener Erden entdeckt. Umweltschützer argumentieren jedoch, dass selbst schonende Abbaumethoden bleibende Schäden verursachen könnten.

Besonders die Elektroauto-Industrie anfällig für Engpässe

Der Windturbinensektor ist in geringerem Maße einem Versorgungsrisiko ausgesetzt als die Elektroauto-Herstellung. Das liegt vor allem daran, dass die Windindustrie mit 9,2 Prozent pro Jahr deutlich langsamer wächst als die Elektrofahrzeug-Branche: Diese legt jährlich mehr als 30 Prozent zu. Gleichzeitig ist der Marktanteil von Permanentmagnet-Generatoren mit 23,2 Prozent im Windkraftbereich gegenüber mehr als 80 Prozent bei Elektroautos wesentlich geringer. Die hohe Anfälligkeit für Versorgungsengpässe der Elektroauto-Industrie im Hinblick auf Seltene Erden könnte Zweifel am Gelingen der Dekarbonisierung aufkommen lassen. Schließlich spielt E-Mobilität dabei eine wichtige Rolle.

Ebenso wie in Elektromotoren und Windturbinen kommen die Metalle der Seltenen Erden auch in strategischen Sektoren wie der Verteidigung (zum Beispiel bei Drohnen) sowie in der Tech-Industrie zum Einsatz – und die Allgegenwärtigkeit von Technologie könnte die Weltwirtschaft noch abhängiger von diesen kritischen Elementen machen. Diese Abhängigkeit zu verringern, ist eine ebenso große Herausforderung wie der Übergang zu Netto-Null-Emissionen.

Wichtige Informationen:

Alle hier geäußerten Ansichten sind die des Autors zum Zeitpunkt der Veröffentlichung, basieren auf den verfügbaren Informationen und können ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Die einzelnen Portfoliomanagementteams können unterschiedliche Ansichten vertreten und für verschiedene Kunden unterschiedliche Anlageentscheidungen treffen. Der Wert von Anlagen und ihrer Erträge kann sowohl steigen als auch fallen und Anleger erhalten ihr Kapital möglicherweise nicht vollständig zurück.

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