US-Präsident Joe Biden erklärt Journalisten Eckpunkte seines Infrastrukturprogramms Foto: imago images / UPI Photo

Wirtschaft hier und dort

Schere zwischen USA und Europa klappt auf

Aufschwung dank Impftempo: Während es in Europa, vor allem in Deutschland, noch eher schleppend vorangeht, legen die USA eine enorme Geschwindigkeit an den Tag. Das wirkt sich wiederum darauf aus, wie stark die Wirtschaft in diesem Jahr wachsen wird. Die Spezialisten der Fondsgesellschaft DWS haben das in einer Grafik abgetragen, die am Ende eine sichtbare Schere zeigt. Zu den Gründen schreiben sie:

Für diese Divergenz gibt es mehrere Ursachen, zuallererst wohl der Pandemieverlauf. Bei den Impfungen gegen Covid-19 haben die USA die meisten europäischen Länder weit abgehängt. Ein anderer Grund ist die Fiskalpolitik: Seit die Demokraten in Washington die Politik bestimmen, wird fiskalpolitisch kräftig auf das Gaspedal gedrückt. Kaum ist die Tinte der Unterschrift des Präsidenten unter dem 1,9 Billionen Dollar schweren Konjunkturpaket trocken, wird schon über ein weiteres, diesmal 3 Billionen Dollar schweres Infrastrukturinvestitionsprogramm diskutiert. In Europa hingegen läuft die Umsetzung des EU-Wiederaufbaufonds äußerst schleppend an. Die jüngste Entscheidung des deutschen Bundesverfassungsgerichts könnte für weitere Verzögerungen sorgen.

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Folglich werde Europa auch in diesem aktuellen Wirtschaftszyklus wohl den USA und Schwellenländern, vor allem in Asien, hinterherlaufen. Ob das auch für die Aktienmärkte gelte, bleibe allerdings offen.

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