Schiffskreuzfahrten auf der Erfolgswelle: „Verdoppelung der Passagierzahl bis 2018“

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DAS INVESTMENT.com: Dieses Potenzial dürfte wohl parallel zur demografischen Entwicklung in Deutschland zu sehen sein, wenn man sich das Durchschnittsalter bei Kreuzfahrten anschaut.

Grammerstorf:  Ganz klar sind die Hauptzielgruppen für Kreuzfahrten die so genannten „Best Ager“. Im Hochseemarkt liegt das durchschnittliche Passagieralter bei 49 Jahren, im Flusskreuzfahrtmarkt bei 58 Jahren. Betrachtet man den Altersaufbau der Bevölkerung in Deutschland, ist erkennbar, dass die am stärksten vertretene Bevölkerungsgruppe am Beginn der Hauptzielgruppe für Kreuzfahrten steht und somit im Laufe der kommenden Jahrzehnte die Nachfrage maßgeblich beeinflussen wird.

DAS INVESTMENT.com: Damit scheint aber das Ziel verfehlt, Kreuzfahrten auch bei jüngeren Urlaubern zu etablieren.

Grammerstorf: Die Kreuzfahrt entwickelt sich zu einer Urlaubsform, die mit verschiedenen Konzepten junge genauso wie ältere Gäste anspricht. Dennoch ist es wichtig, die Generation um die 50 nicht aus den Augen zu verlieren, da es sich dabei um einen stark wachsenden Bevölkerungsanteil mit hoher Kaufkraft und viel verfügbarer Zeit zum Reisen handelt. Außerdem sind die „Alten“ heutzutage körperlich fitter und deutlich mobiler, was ebenfalls beste Voraussetzungen fürs Reisen darstellt.

DAS INVESTMENT.com: Was lassen sich deutsche Urlauber eine Kreuzfahrt kosten?

Grammerstorf: Im Hochseebereich knapp 2.000 Euro - die durchschnittliche Tagesrate liegt bei 200 Euro pro Tag, die Reisen dauern im Schnitt rund 9 Tage. Im Flusskreuzfahrt-Sektor liegt der durchschnittliche Tagespreis knapp 25 Prozent darunter, dort dauern die Reisen im Schnitt gut eine Woche. Im Jahr 2008 erzielte der deutsche Hochseekreuzfahrt-Bereich zirka 1,7 Milliarden Euro Umsatz, bei den Flusskreuzfahrten waren es 443 Millionen Euro.

DAS INVESTMENT.com: Spielen Rabattaktionen eine Rolle?

Grammerstorf: In den unteren bis mittleren Preiskategorien ja. Es gibt gegenwärtig diverse  Aktionen der Anbieter. Doch zeigen vor allem die Reisen des Luxussegments, ab 500 bis 1.000 Euro Tagesrate pro Person die stabilste Entwicklung. Das liegt auch an den Unterschieden, die der deutsche Kreuzfahrtmarkt beispielsweise gegenüber dem US-amerikanischen aufweist. Deutsche legen mehrheitlich Wert auf Exklusivität – ultragroße Schiffe, wie zum Beispiel die „Oasis of the Seas“, die Platz für 5.400 Reisende bietet, sind eher für die US-Klientel attraktiv. Auffällig ist aber, dass sich auch hierzulande die Kunden immer später für die Buchung einer Reise entscheiden, eine Entwicklung, die auf allen großen Märkten erkennbar ist. Grundsätzlich ist aber ein aufwärtsgehender Trend erkennbar. Während insbesondere das erste Quartal diesen Jahres eher rückläufige Buchungszahlen aufweist, so zieht das Geschäft nun deutlich an.

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