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Schließung von 200 Filialen geplant

Radikaler Sparkurs bei der Deutschen Bank

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Die Deutsche Bank will ihre jährlichen Kosten um weitere 3,5 Milliarden Euro senken, ihren Anteil an der Postbank verringern und das Investmentbankengeschäft verkleinern, um die Profitabilität zu stärken.

Wie die größte deutsche Bank am Montag in Frankfurt weiter mitteilte, strebt sie mittelfristig eine Rendite nach Steuern auf das materielle Eigenkapital von mehr als zehn Prozent an. Die Anzahl der Länder, in denen sie aktiv ist, oder der lokalen Repräsentanzen will die Bank bis 2020 um bis zu 15 Prozent verringern. 200 von etwa 700 deutschen Filialen könnten von Schließungen betroffen sein.

Die beiden Co-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Fitschen und Anshu Jain streben, drei Jahre nachdem sie die Führung der Bank übernommen haben und frühere Ziele nicht erreichen konnten, eine strategische Neuausrichtung an. Sie stehen unter Druck von Seiten der Investoren, da die Aktie die schlechteste Entwicklung unter den globalen Wettbewerbern aufweist. Besorgnis rufen die hohen Rechtskosten und die Eigenkapitalausstattung hervor.

„Wir bekräftigen unseren Anspruch, eine führende globale und in Deutschland verankerte Bank zu sein. Um dies konsequent fortzuführen, bleiben wir kundenorientiert, müssen uns aber stärker auf solche Kundenbeziehungen ausrichten, die für beide Seiten vorteilhaft sind“, erklärten Fitschen und Jain in der Mitteilung. „Wir bleiben global, aber fokussieren uns geografisch, und wir bleiben universal, aber vermeiden, alles für jeden sein zu wollen“, hieß es weiter.

Die Deutsche Bank hatte am Sonntag ihr Ergebnis für das erste Quartal vorgestellt. Demnach fiel der Nettogewinn auf 544 Millionen Euro zurück, im Vergleich zu 1,1 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Ergebnis übertrifft gleichwohl die Erwartungen von vier Analysten in einer Umfrage von Bloomberg, die im Durchschnitt mit 256 Millionen Euro gerechnet hatten. Die Bank hat in dem Quartal im Zusammenhang mit der Manipulation von Zins-Benchmarks Rechtskosten in Höhe von 1,5 Milliarden Euro verbucht.

Am Donnerstag hatte die Deutsche Bank eine Einigung mit den Behörden in den USA und Großbritannien im Libor-Skandal bekannt gegeben. Demnach zahlt die Bank den rekordhohen Betrag von 2,5 Milliarden Dollar, um die Untersuchungen zu beenden. In den vergangenen drei Jahren hat die Bank bereits 7,1 Milliarden Euro an Kosten für Rechtsstreitigkeiten verbucht. Ihre Rückstellungen für Rechtsrisiken bezifferte die Bank zum Ende des ersten Quartals auf 4,8 Milliarden Euro.

Ihre harte Kernkapitalquote CET-1 bei voller Umsetzung von Basel III gab die Bank zum 31. März mit 11,1 Prozent an, nach 11,7 Prozent Ende 2014. Die Leverage Ratio nach CRD4 lag Ende März bei 3,4 Prozent.

Mit der neuen Strategie soll die Tier-1 Kapitalquote bei voller Umsetzung von CRD4 bei rund elf Prozent stabilisiert werden. Die Verschuldungsquote soll auf mindestens fünf Prozent verbessert werden.

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