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Nach Kursverlusten Schnäppchen am Markt für Unternehmensanleihen

Themse und City of London
Themse und City of London: Unternehmensanleihen sind aktuell extrem niedrig bewertet und für Anleger daher einen Blick wert. | Foto: Imago Images / Panthermedia

Die Anleihemärkte stehen unter Druck wie lange nicht mehr. Die aktuellen Zinsaufschläge lassen auf Ausfallraten schließen, die mit denen von 2001 und 2008 vergleichbar sind. Die Kapitalzuflüsse der vergangenen zwei Jahre haben sich innerhalb weniger Monate umgekehrt.

Wie es im weiteren Jahresverlauf weitergeht, bleibt ungewiss. Gasfluss und Geopolitik werden bestimmen, wie der Winter verlaufen wird. Die Konjunktur wird sich verlangsamen – unsicher ist jedoch, wie stark. Dazu kommen politische Ereignisse wie die US-Zwischenwahlen. Die Inflation wird sich abschwächen, aber volatil bleiben. Derweil müssen die Zentralbanken mit einem schwächeren Wachstum, hohen Preisen und schwankenden Währungen jonglieren.

Davide Serra, Algebris Investments 

Unternehmensanleihen äußerst günstig bewertet

Die Bewertungen am Markt für Unternehmensanleihen sind extrem niedrig. Käufe auf diesen Niveaus waren in den vergangenen zwanzig Jahren ein Schnäppchen. Auf Basis der aktuellen Spreads ließen sich historisch gesehen auf Sicht eines Jahres durchschnittlich Renditen von 7 Prozent mit Unternehmensanleihen, 12 Prozent mit Finanztiteln und 15 Prozent mit Schwellenländeranleihen erzielen. Daher ist jetzt ein attraktiver Einstiegspunkt für langfristig orientierte Anleger.

Alles in allem ist aus unserer Sicht jetzt ein guter Zeitpunkt für Anleger, um das Risiko an den Anleihemärkten zu erhöhen. Die Unsicherheiten sind groß, im weiteren Jahresverlauf dürfte es aber mehr Klarheit geben. Die besten Chancen sehen wir bei höherwertigen Unternehmensanleihen. Damit können Anleger 6 bis 7 Prozent mit einer sehr geringen bis gar keiner Ausfallwahrscheinlichkeit festschreiben.

Die historisch hohe Attraktivität sehen wir nur bei Unternehmensanleihen (siehe Grafik). Staatsanleihen neigen ausgehend von den aktuellen Realrenditen zu Verlusten. Die Aktienmärkte liefern in der Regel nur so gute Renditen wie Unternehmensanleihen – und das unter höheren Schwankungen. Die Bewertungen zeigen uns, dass sich die negative Einschätzung der Inflations- und Wirtschaftsentwicklung am stärksten bei Unternehmensanleihen widerspiegelt und der in den Renditeaufschlägen enthaltene Pessimismus zu groß geworden ist.

Tabelle: Prognostizierte Gesamtrendite für die kommenden zwölf Monate

Algebris Investments, Bloomberg L.P., Stand: 30. Juni 2022

Über den Autor:

Davide Serra ist der Gründer & CEO von Algebris Investments. Vor seiner Gründung von Algebris war er Managing Director bei Morgan Stanley, wo er das European Banks Research Team leitete und das Global Banks Teams koordinierte. Von 1999 bis 2006 wurde Serra als einer der besten europäischen Bankanalysten ausgezeichnet.

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