Schottisches Referendum

Umfragen deuten Mehrheit für „No“ an

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Wenige Tage vor der Volksabstimmung über die Unabhängigkeit von Schottland deutet die jüngste Umfrage wieder auf eine knappe Niederlage der Befürworter. Zuletzt hatte eine Erhebung des Instituts You-Gov erstmals eine Mehrheit für die Zustimmung eines Austritts aus Großbritannien gezeigt und damit auf ein besonders enges Kopf-an-Kopf-Rennen beider Lager gedeutet.

Die aktuelle Umfrage im Auftrag der britischen Tageszeitungen Times und Sun sehen unter der Einbeziehung bislang unentschlossener Wähler die Befürworter einer Unabhängigkeit bei 48 Prozent und das Lager der Gegner des Vorhabens bei 52 Prozent, wie You-Gov am Freitag auf der eigenen Webseite mitteilte.

Damit wäre das “No"-Lager im Vergleich zu vorhergehenden Erhebung für die Sonntagszeitung Sunday Times um drei Prozentpunkte gewachsen und damit leicht im Vorteil. Befragt wurden den Angaben zufolge zwischen dem 9. und dem 11. September 1268 Wahlberechtigte über das Internet. Erstmals seit August habe sich wieder ein Wachstum des Lagers der Ablehner einer Unabhängigkeit ergeben.

Die Einwohner von Schottland können am 18. September in einem international stark beachteten Referendum über die Frage der staatlichen Unabhängigkeit von Großbritannien entscheiden. Der britische Premierminister David Cameron und andere führende britische Politiker hatten seit dem 10. September den Druck auf die schottischen Nationalisten erhöht und sich bei mehreren Reisen in Schottland zum Teil leidenschaftlich für einen Verbleib in Großbritannien ausgesprochen.

Die Umfrage lasse sich in verschiedener Weise deuten, sagte You-Gov-Analyst Anthony Wells in einem Blogeintrag: ‘‘Die Schotten scheuen ein wenig das Risiko, als die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung wuchs. Es kann sich aber auch nur um eine Bewegung im Rahmen der Fehlermarge handeln’’.

Beim Vergleich der jüngsten Umfrage mit jener vor fünf Wochen sei das ‘‘Yes"-Lager um 10 Prozentpunkte auf 45 Prozent gestiegen und die ‘‘No"-Unterstützer haben 5 Prozentpunkte auf 50 Prozent verloren. Das Lager der Unentschlossenen ist demnach um 5 Prozentpunkte auf 6 Prozent geschrumpft. Rundungseffekte seien verantwortlich, dass die Summe nicht 100 ergebe, hieß es vom Institut You-Gov.

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