Schroders-Managerin über China 2011: „Auf einen Rohstoff-Superzyklus sollten Anleger gefasst sein"

Laura Luo

Laura Luo

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INFLATION Frage: Die chinesische Regierung wird im Kampf gegen die steigende Inflation die Zinssätze weiter erhöhen, so die allgemeine Marktmeinung. Wann und wie schnell dürften die Erhöhungen kommen und wie könnte sich das auf Aktien auswirken?

Laura Luo: Nach dem jüngsten unerwartet hohen Anstieg der Verbraucherpreise ist die Gefahr einer Zinserhöhung in naher Zukunft nun größer geworden. Kurzfristig wird sich das negativ auf die Stimmung und die Kapitalflüsse in den Markt auswirken. Am Tag, als die Daten veröffentlicht wurden (12. November), rutschten die chinesischen Aktienmärkte um 5 bis 6 Prozent in den Keller. Auf längere Sicht bietet dieses Umfeld Anlegern jedoch eine Möglichkeit zum Markteintritt, da sich die Inflation 2011 abschwächen dürfte.

Zwar wird eine politische Straffung das Wachstum abschwächen und einige der Randakteure im Markt kurzfristig in Schwierigkeiten bringen. Doch erlaubt sie im weiteren Verlauf ein besser steuerbares Wachstum und eröffnet langfristig orientierten Anlegern einige interessante Möglichkeiten.

Wir hatten bereits gewarnt, dass viele Aktien mittlerweile zu hoch bewertet sind. Diese Titel könnten kurzfristig noch stärker fallen. Insgesamt werden sich die Märkte weiter den politischen Maßnahmen anpassen. Wir gehen davon aus, dass sich die Inflation Anfang 2011 abschwächt.

DIE IMMOBILIENBLASE Frage: Wie steht es um den chinesischen Immobilienmarkt?

Luo: Am chinesischen Immobilienmarkt hat sich in den so genannten Tier-1-Städten eine Blase, besonders im Luxusbereich, gebildet. Die Blase greift derzeit auf die Tier-2-Städte über. Und wie bei allen Blasen würde ein Marktkollaps das Vertrauen und die Wirtschaft ernsthaft bedrohen. Die Regierung steht daher vor der Herausforderung, eine „sanfte Landung" zu bewerkstelligen, da das Wachstum des Immobiliensektors für die Wirtschaft der Region eine wichtige Rolle spielt.