Schroders-Managerin über China 2011: „Auf einen Rohstoff-Superzyklus sollten Anleger gefasst sein"

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BINNENKONSUM Frage: Die jüngsten Maßnahmen zeigen: Die Regierung setzt verstärkt auf die Binnenwirtschaft als Treiber des chinesischen Wirtschaftswachstums. Wie wirkt sich das auf den Markt aus und welche Sektoren und Länder könnten davon am meisten profitieren?

Luo: Das Bemühen um eine verstärkte Binnenausrichtung der Wirtschaft ist nichts Neues und bereits seit einiger Zeit im Gange. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden 10 bis 20 Jahren in größerem Maße weiter fortsetzen, wenn sich die Wirtschaft weiter von Investitionen in Anlagegüter und exportorientiertem Wachstum entfernt. Auch wenn sich diese Politik positiv auf das Wachstum des Verbrauchersektors auswirkt, warnen wir vor blinden Investitionen in Verbrauchertitel. Die Fundamentalanalyse wird immer wichtiger, da viele Firmen im Sektor angesichts der hohen derzeitigen Bewertungen keine besonders beeindruckenden Renditen erwirtschaften können.

ROHSTOFF-SUPERZYKLUS

Frage: Ein Rohstoff-Superzyklus könnte durch das Wachstum der chinesischen Binnenwirtschaft und des höheren Konsums, welches letztendlich einen Anstieg der globalen Inflation mit sich bringt, ausgelöst werden. Besteht Anlass zur Besorgnis?

Luo: Auf einen Rohstoff-Superzyklus sollten Anleger gefasst sein. Wir haben unsere Portfolios mit Blick auf dieses Thema aufgestellt (besonders in den Fällen, in denen Australien zum Mandat gehört). Der Druck auf Rohstoffe wird in den kommenden Jahren aus China und aus Indien weiter zunehmen, da sowohl die Urbanisierung fortschreitet als auch das Konsumdenken ansteigt.

Hintergrund: Bisher hat sich der Rohstoffsektor besser entwickelt als der MSCI World Index, da die Gold- und Kupferpreise ihren Höhenflug fortsetzen. Wir gehen davon aus, dass der Aufwärtstrend bei den Rohstoffpreisen weiter anhält, vor allem, da die US-Notenbank eine zweite Welle der quantitativen Lockerung eingeleitet hat.

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