Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW)

Schutzvereinigung Wertpapierbesitz

Indexschmuser: Anlegerschützer fordert mehr Bafin-Kontrollen

Treffen die Verwalteter „aktiv gemanagter“ Investmentfonds wirklich eigene Anlageentscheidungen, um sich von ihrem jeweiligen Vergleichsindex abzuheben? Um diese Frage zu beantworten, wird vermehrt eine Kennzahl herangezogen, die Unterschiede zwischen der Zusammensetzung von Fonds und Indizes misst: Liegt der so genannte „Active Share“ unter 60 Prozent, gilt der Fonds als „Indexschmuser“.

Um das im Englischen „Closet Indexing“ genannte Verhalten nachzuweisen, hat die schwedische Finanzaufsicht das aktuelle Fondsangebot im Land mithilfe dieser Kennzahl zunächst nach Fondsportfolios mit auffällig großer Nähe zur Indexzusammenstellung untersucht. Anschließend wurde die Liste der Verdächtigen auf Druck der nationalen Anlegerschutzorganisation publik gemacht.

Nicht ganz so weit ging die gesamteuropäische Finanzaufsicht Esma, die in einer Untersuchung analysiert hatte, dass europaweit ein Sechstel nach der „aktiv gemanagten Fonds“ ihrem jeweiligen Benchmark-Index weitgehend gleicht. In Deutschland hingegen identifizierte die zuständige Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) nur wenige echte Indexschmuser.

Index gibt den Weg des Fonds vor“

Das sei aber kein Grund, den Markt nicht weiter intensiv zu beobachten, meint Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW): „Aktiv gemanagte Fonds werben bewusst damit, dass hier ein kluger Kopf die Entscheidungen trifft.“

„Anleger bezahlen dafür im Gegenzug hohe Gebühren. Da darf es nicht sein, dass in Wirklichkeit nicht der Fondsmanager, sondern der Index den Weg des Fonds vorgibt“, so Tüngler in der aktuellen Ausgabe des DSW-Newsletters.

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