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Schwarze Schafe im Versicherungsvertrieb: GDV plant einen Verhaltenskodex

GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen
GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen
Wie „Financial Times Deutschland“ (FTD) berichtet, arbeitet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) derzeit eine Selbstverpflichtung der Branche hinsichtlich ihrer Verkaufsmethoden aus. Damit reagiert der Verband auf zunehmende Kritik seitens der Politik und der Verbraucherschützer.

Vor allem die provisionsgetriebene Umdeckung werde heftig kritisiert, so FTD. Dabei bringen die Vermittler ihre Kunden dazu, bestehende Versicherungsverträge zu kündigen, um abschließend neue Verträge abzuschließen. In der privaten Krankenversicherung beispielsweise schätzen Insider laut FTD den Anteil der Umdeckung am Neugeschäft auf über 30 Prozent.

„Wir werden alles tun, um eine saubere Beratung zu gewährleisten, zu der wir auch gesetzlich verpflichtet sind", erklärte GDV-Präsident Rolf-Peter Hoenen gegenüber der FTD. Die Branche arbeite unter anderem an Checklisten für die Vertreter. Den Zeitpunkt für die Verabschiedung des Kodex wollte Hoenen indes nicht nennen.

Des Weiteren verteidigte Hoenen das umstrittene Geschäft mit Einmalbeiträgen, das vor wenigen Tagen die Aufmerksamkeit der Aufsichtsbehörde Bafin auf sich zog. „Nehmen Sie die Wiederanlage einer auslaufenden Lebensversicherung oder die Versicherung von Arbeitszeitkonten, das ist alles sehr solide und macht mehr als drei Viertel des Geschäfts aus“, so Hoenen. Er sei daher nicht der Meinung, dass die Lebensversicherer mit den lukrativen Angeboten Bankgeschäfte betreiben würden.
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