Themen
TopThemen
Fonds
Fondsanalyse
Mediathek
Märkte
Finanzberatung
Versicherungen
Boulevard
Experten
Denker der Wirtschaft
Krypto
Services
Academy Newsletter Veranstaltungskalender Finanz-Charts Globale Märkte Krypto-Kurse (in Echtzeit) Währungen (in Echtzeit)
Quelle: Fotolia

Quelle: Fotolia

„Schwarzes Gold“ im Spiegel: Neue Reverse-Discount-Zertifikate auf Brent-Rohöl im Fokus

//
Ölpreis stetig gefallen. Damit ist der Rohstoff Öl als Investitionsthema wieder in den Blickpunkt der Anleger gerückt. Seit einiger Zeit notiert Öl unter 50 US-Dollar. Doch wie können Anleger auf fallende oder niedrig bleibende Ölpreise setzen? Eine weitere Herausforderung einer Investition in Öl stellt die derzeitige Forwardkurvenformation dar. So steigt die Brent- Forwardkurve derzeit steil an. Experten bezeichnen einen solchen Kurvenverlauf als „Contango“. Das bedeutet, dass es derzeit teurer ist, einen Brent-Rohöl-Future mit langer Laufzeit zu kaufen als einen entsprechenden Kontrakt mit kurzer Laufzeit. Goldman Sachs hat angesichts dieser Entwicklung neue Reverse-Discount-Zertifikate auf den Brent-Rohöl-Future (auch ICE Brent Crude Future genannt) emittiert. Mit diesen Zertifikaten können Investoren Gewinne erzielen, wenn der Rohölpreis fällt, seitwärts tendiert oder moderat steigt. Gleichzeitig wirkt der Discount als Risikopuffer gegen mögliche Kursanstiege. Die Zertifikate sind in Euro währungsgesichert und bieten drei unterschiedliche Laufzeiten. Öl ist bekanntlich nicht gleich Öl. Und auch beim Rohöl gibt es Unterschiede. Das Brent Crude Oil ist ähnlich wie das NYMEX Light, Sweet Crude Oil ein leichtes Rohöl, das beim Raffinieren eine gute Ausbeute liefert. Es wird an der Intercontinental Exchange (ICE) in London gehandelt. Die Notierung dieses Futurekontrakts (Generic Front Month Future) erfolgt in USDollar je Barrel. Funktionsweise von Reverse-Discount-Zertifikaten Mit Reverse-Discount-Zertifikaten setzen Anleger grundsätzlich auf fallende Rohölkurse. Im Vergleich zu einem Investment mit 1-zu-1-Partizipation an fallenden Notierungen (Short-Position) des Basiswerts erhalten Investoren einen Discount, d.h. einen Preisnachlass. Im Gegenzug nehmen sie nur bis zu einer bestimmten Grenze, dem Cap, an fallenden Notierungen teil. Ein Gewinn kann entstehen, wenn der Basiswert fällt, seitwärts tendiert oder leicht steigt. Der günstigere Erwerb des Zertifikats ermöglicht auch in Seitwärtsmärkten wirkt bei möglichen Kursanstiegen des Basiswerts zudem als Risikopuffer. Reverse- Discount-Zertifikate eignen sich für Anleger, die fallende, seitwärts tendierende oder leicht steigende Märkte erwarten. Besonders attraktive Konditionen weisen Reverse-Discount-Zertifikate in Zeiten hoher Volatilität auf: Der Discount ist umso größer, je höher die Volatilität des zugrunde liegenden Basiswertes ist. Dazu später mehr. Funktionsweise am Beispiel von GS1SB5 Der für die Rückzahlung des Produkts maßgebliche Kontrakt ist der nächstfällige Futurekontrakt am Laufzeitende. Das Chance-Risiko-Profil von Reverse-Discount-Zertifikaten wird im Folgenden am Beispiel des Zertifikats mit der WKN GS1SB5 erläutert. Der derzeitige Preis des Zertifikats beträgt ca. 40,60 Euro (Stand: 12. März 2009). Notiert der Referenzkurs des Brent-Rohöl- Futures am Laufzeitende unterhalb des Caps von 50 US-Dollar, so erhält der Anleger 44 Euro ausgezahlt. Sollte der Ölpreis am Laufzeitende z.B. bei 10 US-Dollar notieren, erhalten Anleger ebenfalls 44 Euro. Die 44 Euro errechnen sich aus dem Doppelten des Spot-Referenzkurses bei Emission von 47 Dollar abzüglich des Caps (2 x 47 – 50). Liegt der Referenzkurs des Rohöl-Futures am Laufzeitende oberhalb des Caps, so erhält der Anleger eine Auszahlung in Euro in Höhe des zweifachen Spot-Referenz - kurses abzüglich des Referenzkurses des Rohöl-Futures am Laufzeitende. Dieser Auszahlungsbetrag wird kleiner als 44 Euro sein. Bei einem Kurs von beispielsweise 60 US-Dollar läge er bei 34 Euro (2 x 47 USD – 60 USD, umgerechnet in Euro zu einem Kurs 1 zu 1). Sollte sich der Basiswert bis zum Laufzeitende verdoppeln oder gar oberhalb von 94 US-Dollar notieren, erleidet der Anleger einen Totalverlust. Abbildung 3 verdeutlicht das Auszahlungsprofil des Zertifikats. Innenleben eines Reverse-Discount-Zertifikats Wie die meisten Zertifikate sind auch Reverse-Discount-Zertifikate aus Optionen zusammengesetzt. Ein Reverse-Discount-Zertifikat besteht aus zwei Optionen, einer Put-Option (long) mit Basispreis in Höhe des zweifachen Spot-Referenzkurses und einem verkauften Put (short) mit Basispreis in Höhe des Caps. Der sogenannte Short-Put mit dem Basispreis in Höhe des Caps ermöglicht den Discount, denn Anleger profitieren von dem Erlös (Prämie) aus dem Verkauf des Puts. Der Long-Put ermöglicht es, von fallenden Kursen zu profitieren. Das Auszahlungsprofil eines Long-Puts mit Basispreis liegt in Höhe des zweifachen Spot-Referenzkurses (94 USD). Der Spot-Referenzkurs für die emittierten Produkte beträgt 47 US-Dollar. Zieht man das Auszahlungsprofil eines Short-Puts mit Basispreis in Höhe des Caps hinzu, wird es deutlich, dass man durch das „Addieren“ oder „ Aufeinander legen“ dieser Auszahlungsprofile das Auszahlungsprofil eines Discount-Zerti fikats erkennen kann. Bei ganz geringen Öl preisen wird der Cap bei der Auszahlung am Laufzeitende des Zertifikats dadurch erreicht, dass von der positiven Auszahlung des Long-Puts die negative Auszahlung des Short-Puts abgezogen wird. Ebenfalls interessant ist bei der Konstruktion des Zertifikats, dass sich die beiden Puts jeweils auf den Futurekontrakt mit Fälligkeit zum Laufzeitende der Zertifikate beziehen. Wie eingangs erwähnt, notiert Brent-Rohöl derzeit im Contango. Die im Produkt GS1SB5 enthaltenen Optionen beziehen sich z.B. auf den Brent-Rohöl- Future mit Fälligkeit Juni 2009. Ein sogenanntes „Rollen“ findet also nicht statt. Weiterhin führt der derzeitige Stand der Forwardkurve dazu, dass die Optionen mit einem höheren Basiswertkurs berechnet werden, denn die Optionen beziehen sich auf die höher notierenden Futureskontrakte bei Laufzeitende des Zertifikats. Diese Tatsache reduziert die Preise der Optionen und verbilligt so auch den Preis des Zertifikats. Verhalten im Sekundärmarkt Wie bei vielen Zertifikaten spielen bei der Preisbildung im Sekundärmarkt weitere Einflussfaktoren wie z.B. Volatilität, Forwardkurve, Zinsen und Refinanzierungskosten der Emittentin eine Rolle. Volatilität Derzeit ist die Volatilität von Rohöl sehr hoch, sie liegt bei ungefähr 75%. Wie bereits erwähnt, ermöglicht eine hohe Volatilität eine attraktive Ausstattung der Reverse-Discount-Zertifikate. Denn die Volatilität erhöht den Preis des verkauften Puts und damit den Discount. Sollte die Volatilität sinken, z.B. auf 50%, so erhöht sich der Preis eines Reverse-Discount-Zertifikats im Sekundärmarkt, denn der verkaufte Put verliert an Wert. Da sich der Wert eines Reverse-Discount-Zertifikats aus der Differenz zwischen dem Wert des Long-Puts und dem Wert des verkauften Puts errechnet, wird das Reverse-Discount-Zertifikat teurer, je mehr die Volatilität sinkt. Refinanzierungskosten Steigende Refinanzierungskosten der Emittentin können zu einem sinkenden Kurs des Zertifikats führen. Umgekehrt können rückläufige Refinanzierungskosten den Kurs des Reverse-Discount-Zertifikats erhöhen. Da die Zertifikate von Beginn an vollständig währungsgesichert sind, haben Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar keinen Einfluss auf die Wertentwicklung der Zertifikate. Außerdem gilt es zu beachten, dass Anleger ein Verlustrisiko bis zum Totalverlust tragen, falls sich der Basiswert verdoppelt. Verbriefte Derivate wie Zertifikate und Optionsscheine werden als Schuldverschreibungen begeben. Dadurch trägt der Anleger grundsätzlich das Bonitätsrisiko des Emittenten. Der Rohstoff-Radar von Goldman Sachs: Die wichtigen Rohstoffe "auf dem Radar" wöchentlich per E-Mail >> kostenlos abonnieren

nach oben