Schweizer Franken

SNB griff vor Franken-Deckelung mit 26 Milliarden Euro ein

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Demnach liegt die Interventionssumme deutlich niedriger als 2012 mit 188 Milliarden Franken. In dem Jahr war die Franken-Deckelung von 1,20 Franken je Euro eingeführt worden. 2013 führte die SNB keine Devisenkäufe durch

„Im Laufe des Jahres 2014 verdichteten sich die Anzeichen, dass sich die Ausrichtung der Geldpolitik in den USA und der Eurozone unterschiedlich entwickelte. Während der Mindestkurs zunächst nicht unter Druck geriet, änderte sich dies in den letzten Wochen des Jahres,“ heißt es in dem Bericht.

Die SNB gab den Euro-Mindestkurs am 15. Januar auf und ersetzte ihn durch Negativzinsen auf Guthaben, die Banken und andere Finanzmarktteilnehmer bei ihr auf Girokonten halten.

Mit einem Festhalten am Mindestkurs hätte die SNB riskiert, wegen der massiv steigenden Devisenkäufe „in der längeren Frist die Kontrolle über die Bilanz und damit die monetären Bedingungen zu verlieren,“ heißt es weiter.

Nachdem die Frankendeckelung aufgegeben wurde, ist der Franken erheblich gestiegen, was den Ausblick für die Schweizer Wirtschaft verdüsterte und Rufe nach weiteren Maßnahmen laut werden ließ.

Eine Woche nachdem SNB-Präsident Thomas Jordan signalisiert hatte, die Nationalbank befinde sich in einem Modus des Beobachten und Abwartens, schlug der Internationale Währungsfonds den Ankauf von Fremdwährungs-Anlagen vor. Ein solches QE-Programm sei „eine Option,“ äußerte Thomas Moser, stellvertretendes Mitglied des Direktoriums.

Auch ohne die Franken-Deckelung hat die SNB wiederholt bekräftigt, Devisen zu kaufen, wenn dies notwendig sei. Die Zahlen zu den Sichteinlagen signalisieren, dass die SNB seit mehr als einem Monat keine größeren Interventionen mehr vorgenommen hat.

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