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Chinesische Akrobaten verblüffen ihr Publikum: Auch Chinas Regierung wird versuchen, mehr Dynamik in die Wirtschaft zu bringen. | © Getty Images

Schwellenländer-Aktien Bewertungen auf extrem niedrigem Niveau

Nick Price, Fondsmanager des Fidelity Emerging Markets Fund

2018 mussten Anleger mit einer Vielzahl globaler und lokaler Themen zurechtkommen, die in unterschiedlichem Maße Druck auf verschiedene Regionen der Schwellenländer ausübten. Die Ereignisse überschlugen sich, und Ansteckungseffekte wirkten wie ein Beschleuniger. Einige der Themen waren eher länderspezifischer Natur. Andere wiederum hatten stärkere Auswirkungen auf die Märkte als Ganzes. Dazu gehörten auch die Handelskonflikte, die die Stimmung trübten. Ab Januar 2019 erheben die USA zusätzliche Zölle auf chinesische Importe. Was das für den chinesischen Markt bedeutet, bleibt abzuwarten.

Auch die Schwäche des chinesischen Renminbi bleibt ein wichtiges Thema, gibt sie doch Aufschluss über die künftigen Konsumabsichten der Chinesen. Aus meiner Sicht wird Peking versuchen, die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Das wird dem Binnenmarkt und vielleicht auch dem Rohstoffsektor wichtige Impulse geben. Auch wenn die Stimmung in den Schwellenländern eher angespannt ist, dürfte die Reaktion im Reich der Mitte helfen, den Markt zu beleben. Weil China erheblichen Einfluss darauf hat, wie Anleger die Situation für die globalen Schwellenländer einschätzen, konzentriere ich mich bei diesen Beobachtungen ganz bewusst auf China. Grundsätzlich entwickeln sich die Schwellenländer wirtschaftlich gesehen aber weiterhin unterschiedlich.

Deutliches Aufwärtspotenzial bei Aktien

Mit dem Ausverkauf 2018 sind die Bewertungen von Schwellenländeraktien wieder auf ein sehr niedriges Niveau gefallen. Momentan sind sie vergleichbar mit Bewertungen wie zur Zeit der Finanzkrise. Daraus resultiert aus meiner Sicht ein sehr attraktives Aufwärtspotenzial. Etwa bei A-Aktien, bei denen die Kurse stark gefallen sind, ohne dass es eine wesentliche Korrektur des Gewinnwachstums gegeben hätte. Bei Unternehmen mit Rohstoffbezug wie Minengesellschaften, Zellstoff- und Papierhersteller sowie bestimmte Düngemittelproduzenten und natürlich im Energiekomplex wird deutlich, dass sie nach der Finanzkrise nur sehr wenig investiert haben. Ihr Ziel ist ein hoher Cashflow, und nun beginnen sie langsam, Kapital an ihre Aktionäre zurückzugeben. Die von uns favorisierten Bergbau- und Energiefirmen zeichnen sich durch hohe Dividendenrenditen aus.

Sollte sich also das Wachstum weltweit wieder beschleunigen oder fest tendieren, könnten die Kurse in einigen dieser Bereiche kräftig anziehen. Zu guter Letzt hat das Risiko weiterer Sanktionen gegen Russland Anleger beunruhigt. Als fundamentale Bottom-up-Stockpicker sind für uns der daraus resultierende kurzzeitige Zusammenbruch der Korrelation zwischen Gewinnschätzungen und Aktienkurs bei Unternehmen ebenso wichtig, wie ein zum deutlich niedrigeren Ölpreis passendes Kurs-Buchwert-Verhältnis. Zerstreuen sich die diesbezüglichen Sorgen, können sich Aktienkurse und Gewinne wieder stärker im Einklang bewegen.

Anlagechancen durch demografische Trends und Technologie-Fortschritt

Global betrachtet bieten sich die attraktivsten Anlagechancen meines Erachtens bei Marktführern, die nachhaltige Gewinne und Cashflows generieren können. Mit der wachsenden Kaufkraft der Konsumenten in Schwellenländern deuten sich zahlreiche Anlagechancen bei Unternehmen mit Bezug zum Konsum aus den unterschiedlichsten Branchen an. Zudem sind die mehrjährigen Wachstumstreiber trotz zwischenzeitlicher Abkühlung intakt: Der technologische Fortschritt geht weiter, und viele Dienstleistungen und Produkte haben ihr Marktpotenzial noch lange nicht ausgeschöpft. In China steigt die Konsumnachfrage zwar langsamer, aber insgesamt beobachten wir beim langfristigen Wachstum einen stabilen Aufwärtstrend. Außerdem scheint der höhere Ölpreis keine Eintagsfliege zu sein, denn er wird durch Produktionsengpässe und disruptive Entwicklungen gestützt.

Wir haben uns daher im Energiesektor über Finanzwerte aus ölproduzierenden Ländern positioniert, in denen Banken über einen Multiplikatoreffekt bei steigenden Ölpreisen verfügen. In Ländern, in denen wir direkt im Energiesektor anlegen, etwa in Russland, bevorzugen wir Unternehmen, die von steuerlichen Anreizen profitieren und einen starken freien Cashflow erwirtschaften. Unter den ölimportierenden Ländern hat Indien derzeit mit gewissen Turbulenzen zu kämpfen, aber seine Wirtschaft wächst solide.

Wichtig ist vor allem ein konsistenter Ansatz: Wie gehabt konzentrieren wir uns darauf, Qualitätsunternehmen zu identifizieren, die mittel- bis langfristig attraktive Renditen für ihre Aktionäre erzielen können, wenn ihre Fundamentaldaten wieder in den Vordergrund rücken.

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Wichtige Informationen

Bei diesem Dokument handelt es sich um eine Marketing-Information. Das Research und die Analysen, die in diesem Dokument enthalten sind, wurden von Fidelity International für die eigenen Investmentaktivitäten erstellt. Bitte beachten Sie, dass diese Ansichten nicht länger aktuell sein können und Fidelity daraufhin bereits reagiert haben kann. Fidelity International veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlung. Eine Anlageentscheidung sollte in jedem Fall auf Grundlage der wesentlichen Anlegerinformationen, des Verkaufsprospektes, des letzten Geschäftsberichtes und – sofern nachfolgend veröffentlicht – des jüngsten Halbjahresberichtes getroffen werden. Diese Unterlagen sind die allein verbindliche Grundlage des Kaufes und können kostenlos bei der jeweiligen Fondsgesellschaft oder bei FIL Investment Services GmbH, Postfach 200237, 60606 Frankfurt/Main oder über www.fidelity.de angefordert werden. Der Verkaufsprospekt enthält ausführliche Risikohinweise. Wertentwicklungen in der Vergangenheit sind keine zuverlässigen Indikatoren für zukünftige Entwicklungen. Fidelity erteilt keine Anlageberatung. Herausgeber für Deutschland: FIL Investment Services GmbH, Kastanienhöhe 1, 61476 Kronberg im Taunus. Stand: Januar 2019. MK 10215

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