Rio De Janeiro in Brasilien. Schwellenländeranleihen haben über die letzten Monate eine hohe Rendite entwickelt. Foto: Getty Images

Rio De Janeiro in Brasilien. Schwellenländeranleihen haben über die letzten Monate eine hohe Rendite entwickelt. Foto: Getty Images

Schwellenländer-Anleihen

„Die Bewertungen haben jetzt sehr interessante Niveaus erreicht“

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Börsenkurse im freien Fall

In vielen Schwellenländern mussten Investoren herbe Verluste auf den Aktienmärkten hinnehmen. So haben sich auf Jahressicht selbst auf die großen Emerging Markets Brasilien, Russland, Indien und China konzentrierte Bric-Fonds um rund ein Viertel verbilligt. Auf den Anleihemärkten schaut es indes ganz anders aus: „Die Rendite war 2015 leicht positiv, hätte allerdings besser ausfallen können, wäre es nicht im Dezember infolge einer weiteren Schwäche der Rohstoffpreise zu einem Kursrutsch gekommen“, berichtet Marco Ruijer von NN Investment Partners. Der zunehmende Sicherheitswunsch vieler Anleger ist nicht zu übersehen: Inzwischen haben die Risikoaufschläge von Anleihen in harter Währung – überwiegend US-Dollar – laut Ruijer wieder den höchsten Stand seit fünf Jahren erklommen.

Der leitende Portfoliomanager ist für die Schwellenland-Rentenfonds der niederländischen Fondsgesellschaft zuständig, die in Titel dieses Typs investieren: „Die Bewertungen haben jetzt sehr interessante Niveaus erreicht, denn die schlechten Nachrichten sind bereits überwiegend eingepreist.“ Der Experte prognostiziert für 2016 eine Rendite von insgesamt rund 6 Prozent. Ruijer hat im März 2013 das Steuer des NN (L) Emerging Markets Debt Hard Currency übernommen.

Wer Wechselkurseffekte vermeiden will, kann den Fonds auch in einer gegen den Euro abgesicherten Anteilsklasse erwerben (WKN: A1H 9RQ).Zum Anlageuniversum des rund 2,5 Milliarden Euro schweren Fonds gehören ebenfalls Staatsanleihen aus sogenannten Frontier Markets wie Tunesien oder Vietnam. Diese Entwicklungsländer sind wirtschaftlich bei Weitem noch nicht so fortgeschritten wie Schwellenmärkte, locken dafür aber mit nochmals höheren Risikoaufschlägen, den sogenannten Spreads. Zurzeit belegen Titel aus Rumänien, Malaysia und Argentinien die drei Spitzenplätze von insgesamt 267 Positionen im Portfolio. Zusammen machen sie 6,5 Prozent des Fondsvermögens aus. Dahinter rangieren Anleihen der Elfenbeinküste, Kroatiens und Kameruns. Regional investiert Ruijer das meiste Kapital in Mexiko; Argentinien und Russland folgen auf den Plätzen.

Vorsicht bei Unternehmensanleihen


Neben Staatsanleihen sind auch Bonds von Unternehmen im Portfolio vertreten, momentan aber lediglich mit einem Anteil von 7 Prozent. „Bislang hat sich die Unternehmensanleihen-Benchmark zwar besser geschlagen als erwartet, doch wird es unweigerlich zu Einbrüchen kommen, sollten die Zahlungsausfälle in diesem Sektor steigen“, begründet Schwellenland-kenner Ruijer seine Maßnahme. Von seinem Anlageuniversum Hartwährungsanleihen ist der Fondsmanager überzeugt: „Seit dem Jahr 2000 betrug die Wertentwicklung über 250 Prozent.“ Angesichts all jener negativen Schlagzeilen über Korruptionsfälle, sinkende Bonität oder auch Kapitalabflüsse sei das eine reife Leistung.

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