Adrian Hilton (Gastautor)Aktualisiert am 21.07.2021 - 16:54 UhrLesedauer: 4 Minuten

Spezialist von Columbia Threadneedle Schwellenländer-Anleihen sind eine interessante Nische

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Zudem ist das globale Zinsumfeld für die Performance von Schwellenländer-Anleihen weiterhin positiv: Die Inflation ist niedrig, die Zentralbanken dürften ihre expansive Geldpolitik beibehalten und weltweit weisen Anleihen mit einem Gesamtvolumen von etwa 15 Billionen US-Dollar negative Renditen auf. Unterdessen sind internationale Anleger nur wenig in Schwellenländer-Anleihen allokiert. Somit können wir in den kommenden Jahren mit anhaltenden Kapitalzuflüssen rechnen. 

Wir konzentrieren uns auf das renditestärkere Ende der Märkte für Staats- und Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Hier liegt die Performance hinter der Performance bonitätsstärkerer Schwellenländer-Unternehmensanleihen – und auch der von Unternehmensanleihen aus Industrieländern mit gleichem Rating. Die Überschussrendite von Schwellenländer-Anleihen gegenüber US-Hochzinsanleihen spiegelt die niedrigeren Ausfallquoten und höheren Restwerte der Anlageklasse nicht angemessen wider.

Auf Lokalwährung lautende Schwellenländer-Anleihen stellen zu Beginn der nächsten Phase des Corona-Zyklus ebenfalls eine interessante Anlagemöglichkeit dar. Zum einen verschlechterte sich die fiskalische Gesundheit der Schwellenländer durch die rasch ergriffenen staatlichen Maßnahmen zum Schutz der Volkswirtschaften. Zudem ermöglichten niedrigere Inflationsraten aggressive geldpolitischen Lockerungen. Diese Kombination führte dazu, dass bei vielen Lokalwährungsanleihen die Renditekurven nun ungewöhnlich steil sind. Im Bereich der Staatsanleihen, die in Lokalwährung notieren, sind unsere größten Positionen derzeit Kolumbien und Mexiko.

Man sollte nicht ignorieren, wie anfällig die Schwellenländer langfristig aufgrund der politischen Maßnahmen geworden sind. Doch im Vergleich zu Anleihen aus Industrieländern können Schwellenländer-Anleihen attraktive Realrenditen bieten, selbst auf währungsabgesicherter Basis. Noch wichtiger für die Erträge ist eine konstruktivere und multilaterale US-Handelspolitik. Diese könnte dazu beitragen, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum konstant erholt. Damit wären die idealen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass Schwellenländer-Währungen gegenüber dem US-Dollar etwas an Boden gutmachen können.

Insgesamt sind die Märkte für Schwellenländer-Anleihen noch wenig ausgereift. Damit bieten sie wie schon in der Vergangenheit attraktive Alpha-Möglichkeiten – uns das sowohl bei Staats- und Unternehmensanleihen, die auf Hartwährungen lauten, als auch bei Papieren, die in Lokalwährungen notiert sind.

Über den Autor:

Adrian Hilton ist Leiter globale Zinsen und Schwellenländer-Anleihen bei Columbia Threadneedle Investments.

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