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Aufbruch zum Wachstum

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Aufbruch zum Wachstum

Rasantes Wirtschaftswachstum in Thailand: Die Notenbanken vieler Schwellenländer haben noch Spielraum bei der Zins- und Geldpolitik – im Gegensatz zu den meisten Pendants in den Developed Markets.  | © Getty Images

Schwellenländer-Anleihen und -Währungen Wechselkurse oft deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt

Wer heute auf festverzinsliche Wertpapiere setzt, steckt in einer Zwickmühle: Einerseits bedroht das Risiko einer Zinswende das Portfolio. Andererseits liegen die laufenden Renditen im historischen Tief, während die Duration auf ihrem Allzeithoch notiert. Der einstmals sichere Hafen der Staatsanleihen der G7-Länder bietet schon lange keine jährlichen Zinsen von gut vier bis über fünf Prozent mehr, wie im Schnitt der Jahre 2000 bis 2016.

Für europäische Anleger bleibt nach der Währungssicherung selbst von den 2,5 bis 2,8 Prozent, die US-Treasuries aktuell erlösen, kaum etwas übrig. Doch wer alten Gewissheiten nicht hinterher trauert, sich dem Neuen und damit einem breiten, globalen Anlageuniversum öffnet, kann auch heute attraktive Bond-Märkte entdecken – vor allem in den Emerging Markets.

Fundamental sind die Schwellenmärkte in guter Verfassung

Bereits auf den ersten Blick offenbaren sich gute Argumente, allen voran eine interessante Rendite von aktuell mehr als 6,5 Prozent (auf Basis der Indizes JPM EMBI GD und JPM GBI-EM GD, Stand 31.12.2018). Und das bei stabilen Fundamentaldaten hinsichtlich Wachstum, Steuern und der Leistungsbilanzen.

In den Schwellenländern sehen wir trotz des teilweisen Ausverkaufs im vergangenen Jahr kein höheres Stressniveau, eher das Gegenteil: Wir beobachten heute eine geringere Verletzlichkeit durch externe Faktoren als beispielsweise 2015. Auch die Leistungsbilanzen sind gesünder als in der Zeit vor 2013. Und durch die inzwischen mehrheitlich flexiblen Tauschkurse der Währungen, kommt es auch nicht mehr zu Zahlungsausfällen, wie noch vor 15 Jahren. Wir sehen also sogar Verbesserungen „unter Stress“ für den Fixed-Income-Markt.

Risiken sind indes eine mögliche Straffung der Geldpolitik in den Industrienationen, die US-Dollar-Stärke, der Handelsstreit oder andere geopolitische Herausforderungen. Dennoch sehen wir nach den Kurskorrekturen des vergangenen Jahres wieder attraktive Bewertungsniveaus in den Schwellenländern. Der Spread bei den Staatsanleihen ist wieder so weit wie im Dezember 2016. In der technischen Bewertung überzeugen seit Jahresbeginn wieder belastbare Mittelzuflüsse in die Emerging Markets. Dabei ist die Positionierung insgesamt alles andere als überlaufen: Die meisten institutionellen Investoren halten dort keine oder nur geringe Positionen, jedenfalls gemessen an den 15 bis 20 Prozent, die diese dynamischen Märkte zum globalen Universum mittlerweile beitragen.

Zurückhaltende Federal Reserve stützt Emerging Markets

Für 2019 entscheiden die wichtigen Performance-Treiber über das Anlagesegment Emerging Markets Debt: Die zurückhaltende US-Notenbankpolitik unterstützt momentan die Anleihenmärkte der Schwellenländer. Die Pause bei der Straffung der Geldschwemme und der sukzessiven Zinsanhebung verschafft den Emerging Markets wieder Luft. Von der Situation in China, vom Spannungsfeld zwischen Zöllen und Wachstumsimpulsen, könnten zudem selektiv lokale Währungen profitieren. Der Ölpreis sollte die Untergrenze von 50 US-Dollar halten und moderat bleiben, was die Schwellenländer entlasten würde. Viele geopolitische Risiken sind zudem für die Emerging Markets wenig relevant, wie beispielsweise der Brexit oder Italiens Haushaltskrise. Andere betreffen nur das jeweilige Land und nicht den breiten EM-Markt, etwa Sanktionen gegen Russland oder die Währungskrise in der Türkei. Dies gilt auch für die Wahlen, die in diesem Jahr in den Schwellenländern anstehen. Während in der Türkei oder Südafrika kaum Überraschungen zu erwarten sind, könnte es in der Ukraine oder Argentinien spannend werden. Je nach Risikoneigung können Investoren dort defensiv oder neutral agieren, aber auch die Investmentchancen eines möglichen Wandels suchen.

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