Schwellenländer-Ausblick Die Bullen kehren zurück

Impfung eines Hundes im indischen Hyderabad: Im Pharmasektor der Schwellenländer steckt aufgrund des steigenden Wohlstands sehr großes Potenzial.  | © Getty Images

Impfung eines Hundes im indischen Hyderabad: Im Pharmasektor der Schwellenländer steckt aufgrund des steigenden Wohlstands sehr großes Potenzial. Foto: Getty Images

Aktien aus Schwellenländern erholten sich in den vergangenen Wochen und entwickelten sich besser als Aktien aus Industrieländern. Die Hoffnungen auf etwas verlangsamte Zinsanhebungen der US-Notenbank im Jahr 2019 stützten die aufstrebenden Märkte und verschafften den Währungen der Schwellenländer gegenüber dem US-Dollar Auftrieb. Anzeichen auf eine vorläufige Atempause bei den Handelsspannungen zwischen den USA und China boten den Schwellenländern ebenfalls Unterstützung. Der MSCI Emerging Markets Index legte im Verlauf des November um 4,1 Prozent zu, gegenüber einem Zugewinn von 1,2 Prozent des MSCI World Index, jeweils in US-Dollar gerechnet.

Solide Fundamentaldaten überzeugen

Wir sind der Ansicht, dass Aktien aus Schwellenländern aufgrund des geringen Anlegervertrauens zu Beginn des Jahres 2018 jetzt zunehmend chancenreicher werden, während sich die Cashflows verbessern und die Dividendenausschüttungen anhalten. Obwohl das Ertragswachstum der Schwellenländer 2018 hinter den Industrieländern zurückblieb, erwarten wir neuen Schwung im Jahr 2019. Die Fundamentaldaten sind nach wie vor solide und zahlreiche Schwellenländer-Währungen haben 2018 deutlich korrigiert.

Die kurzfristige Volatilität dürfte jedoch anhalten. Als substanzorientierte, langfristig ausgerichtete Anleger investieren wir auch weiterhin in Unternehmen, die eine nachhaltige Ertragskraft an den Tag legen und im Vergleich zu ihrem inneren Wert und anderen am Markt verfügbaren Anlagen zu einem Abschlag gehandelt werden.

Indonesien zeigt sich widerstandsfähig

Die indonesische Rupie und der Aktienmarkt des Landes erzielten im November eines der stärksten Ergebnisse unter den Schwellenländern. Die Anstrengungen der Regierung und der Zentralbank zur Stabilisierung der Währung sind von Erfolg gekrönt. Das Land meldet auch weiterhin solide wirtschaftliche Wachstumsraten. Eine Anhebung der Zinsen und ein Rückgang der Ölpreise trugen zudem dazu bei, den Druck auf die Währung und das sich ausweitende Leistungsbilanzdefizit zu verringern. Alles in allem hat Indonesien eine anhaltende Widerstandskraft gegenüber externen Schocks bewiesen. Dabei profitiert das Land mit seinen 255 Millionen Einwohnern von den Reformen der vergangenen zehn Jahre, die auf eine neue Balance bei den wirtschaftlichen Wachstumstreibern und eine Beschleunigung der Inlandsentwicklung abzielen.

In vielen Sektoren, die von der günstigen demografischen Entwicklung und weiteren Reformen profitieren, finden wir potenzielle Investmentchancen. Dazu zählen zum einen Banken, die Kredite an wachstumsstarke Unternehmen ausreichen und Hypotheken, Kreditkarten- und andere Privatkundenprodukte für Konsumenten anbieten. Zum anderen finden Unternehmen in den Sektoren Konsumgüter, Rohstoffe und Infrastruktur unser Interesse.

Pharmasektor vor Höhenflug

Wir halten die Aussichten für die Pharmabranche in den Schwellenländern für äußerst interessant – insbesondere im Hinblick auf die Chancen kleinerer Unternehmen. In den vergangenen Jahren sind wegen des gewaltigen Wachstumspotenzials viele führende Pharmaunternehmen aus Industrieländern Partnerschaften mit Pharmafirmen aus den Schwellenländern eingegangen. Der Hintergrund: Steigender Wohlstand weckt die Nachfrage nach besserer Gesundheitsversorgung und einem gesünderen Lebensstil.

Doch die Schwellenländer bieten nicht nur erhebliches Wachstumspotenzial für die globale Pharmaindustrie. Sie sorgen auch zunehmend für Innovationen innerhalb der Branche selbst. Wir sind überzeugt: Der Pharmasektor bietet spannendes Potenzial für Anleger und wird in den kommenden Jahrzehnten den gesellschaftlichen Fortschritt antreiben – sowohl in den Schwellen- als auch in den Industrieländern. Besonders reizt uns dabei, dass die Gesundheits- und Pharmaunternehmen in den Schwellenländern gerade erst in die Anfangsphase ihrer Entwicklung eintreten.