Quelle: Istock

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Schwellenländer: Blasenbildung oder Bullenmarkt-Rally?

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„Die zyklische Erholung wird den Börsen in den Schwellenländern auch weiterhin eine überdurchschnittliche Entwicklung ermöglichen“, erklärte Allan Conway gegenüber Bloomberg News. Es sei damit zu rechnen, dass diese Länder in absehbarer Zukunft 70 bis 75 Prozent des globalen Wachstums ausmachen werden, so der für Schwellenländer zuständige leitende Analyst der Fondsgesellschaft Schroders. Comgest-Manager sieht Blasenbildung Vincent Strauss, Geschäftsführer und Leiter des Asien- und Schwellenländergeschäfts bei Comgest, sieht das anders. Dass der MSCI Emerging Markets Index in den letzten fünf Monaten um 70 Prozent nach oben kletterte, geht dem Experten entschieden zu weit. Die Aufregung um die Schwellenländer ist laut Strauss derzeit genauso wenig gerechtfertigt wie die Endzeitstimmung Ende Februar. „Ende Februar, als die Marktstimmung ihren Tiefpunkt erreichte, waren viele globale und Schwellenländer-Fondsmanager zu defensiv und horteten Bargeldvorräte“, sagt er. „Nun müssen sie investieren und tun das in Märkten, die derzeit die höchsten Renditen bieten – den Schwellenmärkten.“ Die Aktien seien stark überbewertet, meint der Experte. Auch wenn die langfristigen Wachstumsaussichten der Emerging Markets laut Strauss gar nicht so schlecht sind, bildet sich dort gerade eine Blase, die jederzeit platzen kann. Er ärgere sich, gute Aktien verkaufen zu müssen, nur weil sie derzeit massiv überbewertet seien und er mit einer baldigen Kurskorrektur rechne. Besonderes Kopfzerbrechen bereitet dem Manager des 2 Milliarden Euro schweren Magellan sowie des 900 Millionen Euro schweren Comgest Growth Emerging Markets Fonds der derzeitige Wachstumstreiber China. „Ich erwarte schon, dass die lockere Geldpolitik Pekings einen Einfluss auf den chinesischen Markt haben wird – aber keinen guten“, sagt er. Daher halte er sich bei China stark zurück. Conway sieht China positiv Conway hingegen stuft chinesische Aktien mit „übergewichten“ ein und begründet das mit der steigenden Binnennachfrage und dem Erfolg staatlicher Investitionsprogramme. Er sei optimistisch, dass das Land das von der Regierung in Peking festgelegte Wachstumsziel von 8 Prozent dieses Jahr erreichen wird. Allerdings müsse die Regierung wachsam sein und eine Blasenbildung vermeiden.

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