Europäische Touristen in China.<br>"Europäische Unternehmen sind ein gutes Vehikel,um am<br> Wachstum der Schwellenländer teilzuhaben", sagt Andreas<br>Albrech von Albrech&Cie. Quelle:Getty Images

Europäische Touristen in China.
"Europäische Unternehmen sind ein gutes Vehikel,um am
Wachstum der Schwellenländer teilzuhaben", sagt Andreas
Albrech von Albrech&Cie. Quelle:Getty Images

Schwellenländer: Chancen für konservativere Anleger

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Wie stark die Wachstumslokomotive in den Schwellenländern unter Dampf steht, zeigt ein Blick auf einen repräsentativen Indexfonds: Der iShares MSCI Emerging Markets hat seit dem Tief im Herbst 2008 fast 140 Prozent zugelegt. Zum Vergleich: Der DAX als einer der stärksten Indizes in den Industrienationen hat es seitdem auf einen Zuwachs von knapp 90 Prozent gebracht.

Starke Exportwerte profitieren vom Boom


Von diesem Boom können Anleger entweder über breit streuende Fonds oder ausgesuchte Aktien aus diesen Ländern profitieren. Eine dritte Option ist der Kauf von Aktien europäischer Firmen, die einen nicht unwesentlichen Teil ihres Umsatzes in Schwellenländern erzielen und diesen Anteil weiter ausbauen. Im Vergleich zu einem Direktinvestment via Fonds oder Aktie vermeiden Anleger so nicht nur eventuelle politische Risiken, sondern setzen auch auf Unternehmen mit wesentlich transparenteren Bilanzen. Zudem ist das Research für die Auswahl von Unternehmen aus Europa deutlich weniger aufwändig als etwa für ein Direktinvestment in China.

Breite Streuung ist möglich


Um die Möglichkeiten zu illustrieren, steile ich hier drei Unternehmen aus verschiedenen Branchen vor, in die wir über unsere Fonds bereits investiert haben. Dazu gehört der britische Einzelhändler Tesco, einer der größten Handelskonzerne der Welt mit mehr als 5.000 Filialen in 14 Ländern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hat das Unternehmen dank des Wachstums in den Schwellenländern Asiens seinen Nettogewinn um 14,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Pfund gesteigert. In Asien wuchs der Konzernumsatz in den vergangenen beiden Jahren mit 23 Prozent überdurchschnittlich stark – und Tesco will in der Region weitere Geschäfte eröffnen.

BASF wächst in Schwellenländern sehr stark

Die deutsche BASF ist als weltweit führendes Unternehmen besonders in den Bereichen Chemie, Landwirtschaft und Ernährung sowie Öl und Gas aktiv. In den vergangenen zwei Jahren wuchs der Konzernumsatz im asiatisch-pazifischen und südamerikanischen Raum mit 18,6 sowie 11,7 Prozent am stärksten. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen bereits 28 Prozent in diesen Regionen; das sind  fast 50 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Und nach dem Konzernausblick dürfte das hohe Wachstum in den Schwellenländern in diesem Jahr anhalten – so etwa in der Bau-, der Elektro-, der Informationstechnologie- sowie in der Papierindustrie.

Osteuropa im Fokus

Interessante Exportwerte finden sich auch bei den Versicherern. So haben wir über unsere Fonds in die Vienna Insurance Group investiert. Während deren Marktanteile im Heimatland Österreich langsam sinken, ist der Konzern stark in Mittel- und Osteuropa vertreten und baut das Geschäft weiter aus. Dort ist die VIG nach eigenen Angaben mit durchschnittlich 18 Prozent Anteil die Nummer 1, In Tschechien und der Slowakei liegt das Unternehmen bei über 30 Prozent Marktanteil. Auch für die nächsten Jahre rechnet die Vienna Insurance Group mit einem stetigen Wachstum in dieser Region.

Fazit: Europäische Unternehmen sind ein gutes Vehikel, um am Wachstum der Schwellenländer teilzuhaben, ohne die üblicherweise damit verbundenen Risiken einzugehen. Dazu gehört auch, dass Anleger bei Investitionen in Unternehmen aus dem Euro-Raum das Währungsrisiko ausschließen.

Offenlegung gemäß §34b WpHG wegen möglicher Interessenkonflikte: Der Autor ist in dem besprochenen Wertpapier derzeit investiert.


Der Autor: Stephan Albrech, Vorstand der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung AG, Köln, und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

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