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Rooftop-Bar in Bangkok: Sobald der Virusausbruch endet, ist mit einer sehr deutlichen Erholung der Volkswirtschaften rund um die Welt zu rechnen.  | © imago images / VWPics Foto: imago images / VWPics

Schwellenländer

Die langfristigen Fundamentaldaten zählen

In den vergangenen Wochen kam die Wirtschaftsaktivität in den Schwellenländern zum Erliegen. Angesichts der Virus-Pandemie werteten die Währungen ab und die Aktienmärkte fielen.

Seit dem Beginn des Coronavirus-Ausbruchs haben sich unsere Teams in Hongkong und China in mehr als 500 Telefonaten und persönlichen Treffen mit Unternehmen und Branchenexperten zusammengesetzt, um zu erfahren, wie stark die jeweilige Geschäftsaktivität betroffen ist. Es zeigt sich: Nahezu alle Bereiche schwächeln. Unter dem jähen Einbruch leidet vor allem auch die Konsumtätigkeit – die Aktienkurse von Sportartikelherstellern, Autokonzernen und Spielbankbetreibern haben herbe Verluste hinnehmen müssen. Generell schwächeln aufgrund des langsameren Wachstums bei der Kreditvergabe auch Bankaktien.

Nach unserer Auffassung wird es in den Schwellenländern jedoch nicht zu einer systemischen Bankenkrise kommen. Die Banken haben generell eine gute Kapitalausstattung, und die Regulierer leisten bei der Beaufsichtigung der Märkte insgesamt gute Arbeit. Nach unserer Überzeugung dürften Bankaktien nach der Krise aufgrund der niedrigen Kreditdurchdringung für neuerliches Wachstum gut positioniert sein.

Unser Investmentansatz

Viele Länder sind derzeit von Shutdown-Maßnahmen geprägt. Die Krise ändert nichts an unserer Investmentphilosophie gegenüber Aktien aus Schwellenländern. Wir bevorzugen weiterhin wettbewerbsfähige, gut geführte Unternehmen mit langfristiger, nachhaltiger Ertragskraft und vielversprechenden Bewertungen. Dabei achten wir insbesondere auch auf die Kapitalausstattung: Wir präferieren niedrig oder angemessen verschuldete Unternehmen.

Wir setzen derzeit nicht zuletzt auf Unternehmen, die einerseits in Bereichen mit strukturellem Wachstum tätig sind, und zum anderen schon jetzt neue Marktanteile erobern können. Beispielsweise werden Plattformen für Online-Unterhaltung, Spiele und Messaging-Dienste während der Kontaktsperren infolge des Corona-Virus stärker genutzt. Zusätzlich sehen wir auch vereinzelte Chancen in anderen Bereichen wie zum Beispiel in der Versicherungsbranche.

Bislang haben wir in der Krise kaum Änderungen an unseren Portfolios vorgenommen. Allerdings haben wir einige Beteiligungen von Unternehmen, deren Geschäftsmodelle auf längere Sicht unter Druck geraten könnten, reduziert oder verkauft.

Corona-Pandemie ist eine längerfristige Herausforderung

Es bleibt abzuwarten, welches Ausmaß der Nachfrageeinbruch in den Industrieländern einnimmt und wie lange er dauert. Dementsprechend stellen wir uns im Zusammenhang mit unseren Investments bestimmte Fragen:

  • Inwieweit sind Lieferketten für lebensnotwendige Gesundheits- und Technikprodukte beeinträchtigt? In welchem Umfang sind Endverbraucher und Unternehmen bereit, für größere Versorgungssicherheit mehr zu zahlen?
  • Welches Ausmaß hat der Nachfrageeinbruch von Covid-19 in den Industrieländern? Wie lange wird er dauern?
  • Welche weitreichenden Konsequenzen haben die politischen Interventionen in der Corona-Krise? Bekanntlich sind die Industrieländer (zu) hoch verschuldet. Es ist zu erwarten, dass die gigantischen staatlichen Interventionen zur Bekämpfung der Folgen der Corona-Krise die Ungleichgewichte weiter verschärfen werden.
  • Inwieweit befeuert die Krise den bereits jahrelangen Trend, der Growth-Aktien gegenüber Value-Aktien bevorzugt?

Ein genauer Zeitpunkt für das Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Wir beobachten, in welcher Form Kontaktsperren und Shutdowns ganzer Volkswirtschaften wieder gelockert werden und in welchem Umfang einzelne Unternehmen von der immens erhöhten globalen Technologienachfrage profitieren.

Zwar erwarten wir in den meisten Volkswirtschaften und Sektoren deutliche Einbußen bei den Unternehmensgewinnen im Jahr 2020. Sobald der Virusausbruch endet, rechnen wir jedoch mit einer sehr deutlichen Gewinnerholung, gerade auch in den Schwellenländern. Der unmittelbare Ausblick für die Weltwirtschaft bleibt äußerst ungewiss. Doch wir sind überzeugt, dass sich unser Fokus auf den langfristigen Fundamentaldaten von Unternehmen und Regionen in den kommenden Monaten bei der Bewältigung der Herausforderungen auszahlt.

 

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