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Schwellenländer-Aktien China erholt sich, Indien boomt und die Rohstoffpreise ziehen an

Brückenbau im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam: In Indien wird der Ausbau von Eisenbahnen, Flughäfen und Straßen intensiv vorangetrieben.
Brückenbau im nordöstlichen indischen Bundesstaat Assam: In Indien wird der Ausbau von Eisenbahnen, Flughäfen und Straßen intensiv vorangetrieben. | Foto: Imago Images / imagebroker

Grafik 1: Performance der Schwellenländer
Stand: 30. April 2024

Drei Dinge, über die wir aktuell nachdenken:   

China: Die chinesischen Aktien haben sich erholt und die negativen Renditen des ersten Quartals umgekehrt. Zu den Katalysatoren für die Verbesserung der Performance gehörten positive Entwicklungen im Immobiliensektor. So gab ein chinesischer Immobilienentwickler eine Einigung mit seinen Anleihegläubigern über die Umstrukturierung seiner Auslandsschulden bekannt. Darüber hinaus haben die chinesischen Behörden die Beschränkungen für den Erwerb von Wohneigentum gelockert (diese beschränken Käufer bislang auf den Kauf in ihrer Heimatprovinz beziehungsweise schränken den Erwerb einer zweiten Immobilie ein). Gleichzeitig wurden die Untergrenzen für Hypothekenzinsen gesenkt. Keine einzelne der Ankündigungen reicht aus, um die negative Stimmung umzukehren. Das Mosaik positiver Nachrichten hat jedoch dazu beigetragen, dass der MSCI China Index im April um 7 Prozent gestiegen ist und damit stärker als die anderen globalen Märkte (Quelle: Bloomberg, Stand: 30. April 2024).

 

US-Zinserwartungen: Die Erwartungen der Anleger in Bezug auf Zinssenkungen in den USA sind wieder gestiegen. Im Januar 2024 ging der Marktkonsens von sechs Zinssenkungen im Umfang von insgesamt 1,5 Prozent aus. Bis Ende April änderte sich der Marktkonsens: Die durchschnittliche Erwartung ging auf 1,4 Zinsschritte zurück. Erwartet wurden nur noch Zinssenkungen von 0,35 Prozent (Quelle: Bloomberg, Stand: 30. April 2024). Die weiterhin hohe Inflation und die zunehmende Wahrscheinlichkeit eines „No-landing“-Wirtschaftsszenarios im Jahr 2024 haben zu dieser Veränderung beigetragen. Für die Schwellenländer könnte diese Entwicklung einen längerfristigen Anstieg des US-Dollars bedeuten, was sich negativ auf die Kapitalflüsse und auf Unternehmen mit hohen Fremdwährungsschulden auswirkt.

Rohstoffpreise: Der Rohstoffpreisindex des Commodities Research Bureau ist seit Jahresbeginn bis Ende April um 7,4 Prozent gestiegen (Quelle: Bloomberg, Stand: 30. April 2024). Damit wurde der Verlust von 8 Prozent aus dem Jahr 2023 größtenteils wettgemacht. Steigende Preise für Energie und Industriemetalle, einschließlich Kupfer, haben zu diesem Anstieg beigetragen. Auch die Preise für Agrarrohstoffe steigen nach einer nassen Frühjahrspflanzsaison in Europa und einer durch El Niño verursachten Dürre in Asien. Steigende Rohstoffpreise stellen zudem die Annahme einer rückläufigen globalen Inflation in Frage, einen Aspekt, den Investoren sorgfältig im Blick behalten sollten. Eine höher als erwartete Inflation hat Auswirkungen auf die Zinssätze in den Industrieländern und die Kaufkraft in den Schwellenländern.  

Grafik 2: Gewinn pro Aktie (EPS) und Gewinnrevisionen
Stand: 30. April 2024