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Investitionen in Emerging Markets Schwellenländer-Aktienmärkte im Industrieländer-Vergleich stark unterbewertet

E-Auto auf der Carbon Neutrality Expo in Shanghai
E-Auto auf der Carbon Neutrality Expo in Shanghai: Investoren sollten China gegenüber den übrigen Schwellenländern, Rohstoffländer gegenüber Herstellerländern und offene Volkswirtschaften stärker gewichten. | Foto: Imago Images / VCG

Schwellenländeraktien waren zwar vielversprechend, haben aber über weite Strecken nicht den Erwartungen entsprochen. Trotz des großen Potenzials ihrer Volkswirtschaften – seit 1988 verzeichneten sie ein jährliches BIP-Wachstum von 4,7 Prozent (Industrieländer: 2 Prozent) – hat sich dies nicht immer in der Performance der Aktienmärkte niedergeschlagen.

Ein Grund dafür ist die Heterogenität der Schwellenländer selbst. Fasst man sie jedoch anhand ihrer zugrunde liegenden wirtschaftlichen Merkmale in Gruppen zusammen, haben es Investoren leichter, ihr Engagement in der Anlageklasse besser zu kalibrieren und dadurch ihre Rendite zu verbessern.

Ein langer Weg

Seit ihrer Einführung als Anlageklasse im Jahr 1988 haben Schwellenländeraktien die Industrieländer leicht übertroffen. Aber der Weg war holprig und es gab immer wieder Durststrecken.

Von 1988 bis 1994 entwickelten sich Schwellenländeraktien besser als Industrieländeraktien, was zum Teil auf die Öffnung der ehemals kommunistischen Länder und den explosionsartigen Anstieg der Industrieproduktion in Asien zurückzuführen war. Im nächsten Jahrzehnt blieben sie dann über weite Strecken hinter den Erwartungen zurück, als die US-Wirtschaft in Schwung kam und eine Technologieblase und eine Aufwertung des Dollars nach sich zog. Dies löste in den an den Greenback gebundenen Schwellenländern etliche Krisen aus. Das alles endete Anfang der 2000er-Jahre mit dem Tech-Einbruch und den Anschlägen vom 11. September. Das darauffolgende Jahrzehnt wurde dann wieder zu einem Jahrzehnt der Schwellenländer, das sich erst umkehrte, als die Zinssätze im Zuge der weltweiten Finanzkrise auf Null sanken.

Grafik 1: Uneinheitlich. Entwicklung der EM-Gläubiger- und Schuldnerwährungen gegenüber dem US-Dollar. 2013 markiert das Jahr des Taper Tantrum („Drosselungsangst“).

Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Refinitiv. Daten beziehen sich auf den Zeitraum 01.01.1998–01.02.2024

Eines der auffälligsten Merkmale der Schwellenländer in diesem Zeitraum war die unterschiedliche Reaktion der nationalen Aktienmärkte dieser Anlageklasse auf wirtschaftliche Faktoren. Obwohl die Aktienmärkte der Schwellenländer deutlich stärker untereinander als mit anderen Anlageklassen, einschließlich Industrieländeraktien, korreliert sind, ist die Korrelation zwischen diesen Aktienmärkten und makroökonomischen Faktoren sehr unterschiedlich. Diese Uneinheitlichkeit zu managen, ist eine Möglichkeit für Investoren, das Beste aus ihrem Engagement in Schwellenländern herauszuholen.

Ein Gespür für Schwellenländer entwickeln

Die Schwellenländer lassen sich grob in vier Gruppen unterteilen:

  • China gegenüber den übrigen Schwellenländern
  • Rohstoffexporteure gegenüber Herstellerländern
  • Schuldner gegenüber Gläubigern
  • offene gegenüber geschlossenen Volkswirtschaften 

Diese Unterteilungen helfen, sowohl die Zyklen der Outperformance als auch der Underperformance zu erklären.

 

Beginnen wir mit der ersten Gruppe, China gegenüber den übrigen Schwellenländern. Obwohl die chinesische Wirtschaft seit 2008 mit einem durchschnittlichen jährlichen nominalen Wachstum in einer Größenordnung von 10 Prozent die übrigen Schwellenländer übertraf und die Unternehmensgewinne im gleichen Zeitraum ähnlich stark stiegen, lag der Gewinn pro Aktie nur im Mittelfeld. Im Grunde haben chinesische Unternehmen ihre Performance verwässert, weil sie in großem Umfang Aktien emittierten, sodass Investoren, die in den letzten zehn Jahren stark in chinesischen Aktien gewichtet waren, ins Hintertreffen gerieten.

Dann haben wir die Rohstoffländer. Je stärker sie vom Verkauf von Rohstoffen abhängig sind, desto unbeständiger ist ihr Wirtschaftswachstum im Vergleich zu den verarbeitenden Schwellenländern. Infolgedessen wurden die Aktienmärkte der rohstoffproduzierenden Länder mit einem Abschlag gegenüber denen der Herstellerländer gehandelt.

Die Schuldnerländer ihrerseits waren anfälliger für Schwankungen der US-Zinssätze und des US-Dollars. Diese Anfälligkeit zeigt sich in der unterdurchschnittlichen Performance der Aktienmärkte dieser Länder im Vergleich zu denen der Gläubigerländer der Schwellenländer, insbesondere seit dem Taper Tantrum („Drosselungsangst“) 2013, als die US-Notenbank ankündigte, ihr Programm zum Anleihekauf zurückzufahren (siehe Grafik 1). 

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