Rotation hin zu Small Caps: Die Aktienkurse von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung (Small Caps) aus den Schwellenländern stiegen im Juli, entwickelten sich jedoch ähnlich wie die Kurse von Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung (Large Caps). Im zweiten Quartal wurde dieser Trend der Outperformance unterbrochen. Unserer Meinung nach kann die zunehmende Überzeugung, dass die Zentralbanken die Zinssätze angesichts des nachlassenden Inflationsdrucks in den kommenden Monaten senken werden, den Ausschlag für eine erneute Outperformance von Small Caps geben – nur Japan weicht von diesem Trend ab; dort wurden die Zinssätze auf der jüngsten Sitzung angehoben. Small Caps profitieren erfahrungsgemäß stärker von niedrigeren Zinssätzen als Large Caps, da erstere in der Regel eine höhere finanzielle und operative Hebelwirkung verzeichnen.
Grafik 1: Wertentwicklung Schwellenländer. Stand: 31. Juli 2024
Berichtssaison: Die Berichtssaison für das zweite Quartal läuft auf Hochtouren, mit Südkorea und Taiwan an der Spitze, die die Erwartungen übertroffen haben. Teilweise ist dieser Aufschwung dem niedrigen Vorjahresniveau zuzuschreiben, er spiegelt aber auch die Erholung in der stark gewichteten Halbleiterindustrie wider. Für das Jahr 2024 liegt die Konsenserwartung (Bloomberg, 25. Juli 2024) hinsichtlich der Gewinnwachstumsrate in den Schwellenländern bei 18 Prozent. Dies ist auf die Erholung im Technologiesektor und den Rückgang der Gewinne im Jahr 2023 zurückzuführen, die um 9 Prozent schrumpften.
Zinsausblick: Die Zentralbanken haben klargestellt, dass sie sich bei der Abwägung möglicher Zinssenkungen an den Daten orientieren. Daher rechnen Anleger damit, dass eine rückläufige Inflation in den Vereinigten Staaten und im Euroraum als Datenkatalysator für Zinssenkungen ab September 2024 wirken wird. Der US-Dollar hat im vergangenen Monat unter der Aussicht auf niedrigere Zinsen gelitten; für die Schwellenländer ist ein schwächerer Dollar in der Regel positiv. Allerdings hat die Abwertung des chinesischen Yuan die Aktienmärkte unter Druck gesetzt, da sich die Anleger über die Auswirkungen eines schwächeren Yuan auf die Wettbewerbsfähigkeit der Exportunternehmen aus Schwellenländern außerhalb Chinas sorgen.
Grafik 2: Gewinne je Aktie (EPS) und Gewinnkorrekturen. Stand: 31. Juli 2024
Ausblick
Angesichts der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen verschärfen sich die Handelsspannungen. Zwar ist der Wahlausgang nach wie vor ungewiss, aber wir glauben, dass die Schwellenländer derzeit eher in der Lage sind, die möglichen Auswirkungen einer Änderung der US-Handelspolitik zu bewältigen als in der Vergangenheit.
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